30.04.2014, 20:00 Uhr
Ham & Egg - Show, Show, Alles Show
Ham & Egg - Show, Show, Alles Show

08.05.2014, 20:00 Uhr
Luke Mockridge - I`m lucky, I`m Luke!

09.05.2014, 20:00 Uhr
Henning Schmidtke - Hetzkasper - Zu blöd für Burnout

Presse Echo

Folgendes schrieb die Presse über unsere vergangenen Veranstaltungen:

Luke Mockridge - "I`m lucky, I`m Luke!"

Luke Mockridge - I`m lucky, I`m Luke!

rga am 09.10.2012


Plaudereien gewürzt mit Bissigkeiten
Von Jutta Schreiber-Lenz
Luke Mockridge im Lenneper Rotationstheater.
Foto: M. Sieber
COMEDY
Luke Mockridge im Rotationstheater. Zum Schluss gabs noch ein Foto - vom Publikum.

Luke Mockridge, einer der sechs Söhne von Lindenstraßen-Darsteller und Springmaus-Gründer Bill Mockridge, zückte sein Handy, um "eine Erinnerung an meinen ersten abendfüllenden Solo-Auftritt zu haben".


Eine witzige Aktion, sozusagen als Zugaben-Ersatz: Denn so viel abgeklärte Routine, dass er locker noch eins drauf setzen könnte, hat der 23-jährige Newcomer halt noch nicht.

Dass Luke Mockridge sich selbst als häufigstes "Opfer" seiner Bissigkeiten nimmt, macht ihn sympathisch. Ständig suchte er den Dialog mit dem Publikum und glänzte mit den sich daraus ergebenden Spontan-Pointen: Im Lenneper Rotationstheater herrscht so etwas wie eine Wohnzimmer-Atmosphäre. Knapp 20 Leute ließen sich von dem sympathischen Youngster die Welt erklären.

Dieser 23-Jährige mit der "Hitler-Jugend"-Frisur traute sich was: 90 Minuten vergnügliche Plaudereien im Jugend-Jargon mit eingestreuten Bissigkeiten - das machte er souverän und locker. Man merkte halt, dass er "Theater" und alles was man im Entfernteren unter dieses Thema stellt, buchstäblich mit der Muttermilch von Kindesbeinen an in einer Schauspielerfamilie aufgesogen hat.

Beziehungsprobleme, Facebook, Sexualität in der Pubertät, Schule, Eltern - da kennt sich Luke Mockridge aus und darüber redet er mit "der geballten Lebenserfahrung" seiner 23 Jahre. Gekonnt setzt er dabei seine Pointen.

Herrlich die Beschreibung der typischen Mutter eines Sohnes, der gerade den Führerschein gemacht hat: "Die klammert sich mit beiden Händen an den Griff über der Beifahrertür." Oder der liebevoll-kopfschüttelnde Blick auf die Eltern-Generation, die verzweifelt Schritt halten will mit den technischen Selbstverständlichkeiten ihrer Kinder. "Meine Mutter schickt mir jetzt immer Fotos per iPhone: meist ihre Handtasche von innen."

Richtig gut wird Mockridge, wenn er zur Gitarre greift oder sich ans Klavier setzt, um mit eigenen Liedern Akzente zu setzen.

Am Schluss gabs viel herzlichen Applaus für unterhaltsame zwei Stunden - aber statt der erhofften Zugabe halt das Foto.


Uta Rotermund - "50 Plus! Seniorenteller?"

Uta Rotermund - 50 Plus! Seniorenteller?

Remscheider Generalanzeiger am 19.03.2012


19.03.2012 09:02
Lokalkultur
Strip an der Besenstange
Von Elisabeth Erbe
Remscheid. "Es muss am Titel liegen", kommentierte Theaterchefin Reintraud Schmidt-Wien das ausverkaufte Rotationstheater. Am Freitag wurden sogar noch zusätzliche Stühle aufgestellt.

Uta Rotermund besuchte zum ersten Mal die Kleinkunstbühne in der Lenneper Altstadt und zog die Best-Ager-Generation magnetisch an.

Mit ihrem Programm "50+! Seniorenteller?" durchbrach sie peinliche Tabus und erlaubte sich mächtige Seitenhiebe in die Männerwelt - sehr zur Belustigung der Damen. Frauen über 50 sind wie Diamanten Besonders die Showeinlage "Der Greis ist heiß", in dem Rotermund über die Beseitigung der Herren im betagten Alter sinnierte, schien makaber. Doch die Herrschaften im Publikum bewiesen Humor und amüsierten sich köstlich. "Ich habe selten so viel gelacht, wie an diesem Abend", sagte Zuschauer Gerd Schulz aus Wuppertal, der sich noch nach dem Schlussapplaus Tränen aus den Augen wischte.

"Seitdem ich 50 bin, bekomme ich unsittliche Post - ein Herr Neckermann lockt mich mit einem Sterbegeldangebot", witzelte sie und ärgert sich über "Oil of olaz", das mit den "sieben Zeichen der Hautalterung" droht. "Wir Frauen über 50 sind wie Diamanten, wunderschön geschliffen und unzerstörbar", ermutigte sie die Damenwelt und wirkte in ihrem "Alphabet der Wechseljahre" fast schon therapeutisch.

Von A wie Arztbesuche über I wie Inkontinenz bis zum T wie Tod ließ Künstlerin Rotermund kein Tabu aus. Und hier muss ihr Geheimnis liegen: Das zu sagen, was andere denken - humorvoll und frech, mutig und ermutigend.

Beim Thema Brustkrebs wurde sie plötzlich ernst und forderte zu Arztbesuchen auf. Und bei Schlaflosigkeit verteufelte sie Schlaftabletten: "Gehen sie doch nachts einfach mal spazieren, sie werden sich wundern, wen sie da draußen alles treffen." Wie eine gute Freundin besprach sie ernste Themen und verteilte (nur an die Damen) großzügig Komplimente: "Natürlich haben sie in ihrem Alter eine Orangenhaut, sie sind ja auch `ne Fruchtschnitte."

Doch den absoluten Höhepunkt leistete sich Uta Rotermund am Ende, als sie einen echten Striptease an der (Besen-)Stange tanzte. Das Publikum brüllte vor Lachen. Mit hautfarbener Miederunterwäsche verabschiedete sich: "Wenn ich schon in die Gruft gehe, dann aber bitte mit Weißwein, Trüffel und völlig verbraucht."


Peter Ortmann - "EARS – the Eisenach-Remscheid-Jazzconnection"

Peter Ortmann - EARS – the Eisenach-Remscheid-Jazzconnection

RGA am 30.01.2012


Club-Atmosphäre mit Jazzconnection
Von Frank Becker


Remscheid. Der Pianist Peter Ortmann kann mit Fug und Recht als einer der "Elder Statesman" des Jazz der Region bezeichnet werden. Nicht zuletzt durch ihn hat Jazz in Remscheid seinen Stellenwert.

Als jüngstes Projekt gründete er mit dem Altsaxophonisten Stanley Blume 2010 die "Jazzconnection Eisenach-Remscheid" (EARS), eine Partnerschaft mit dem Eisenacher Jazzclub "Posaune".

Auch aus einem alten Pianoforte lässt sich was herausholen Am Freitag luden Blume und Ortmann und ihr Quintett mit den hier durch viele Auftritte bekannten Charlotte Ortmann (fl), Dominic Brosowski (dr) und Caspar van Meel (b) zum ersten Mal ins Lenneper Rotationscafé zu einem Konzert ein. Es wurde ein Abend der Extraklasse.

Wenn auch die Leidenschaft des Quintetts dem Bebop und Modern Jazz gehört, muss man sagen: die Mischung macht's. Nach dem Nat- Adderley-Titel "Sweet Emma", mit dem sich die Band vorstellte, brachten die Fünf mit ihrer Version von Theo Mackebens "Bei dir war es immer so schön" Schmalz zum Swingen - und P.O. zeigte in einem schönen Solo, was man aus einem nur marginal verstimmten uralten Pianoforte herauszaubern kann.

Unüberhörbar seine Nähe zu Oscar Peterson, der wie Art Tatum starken Einfluss auf Ortmanns Spiel hat, ebenso wie das von Charlie Parker auf Stanley Blume, der das unter anderem in Friedrich Hollaenders "You leave me breathless" hören ließ. Ein seit Jugendtagen eingeschworenes Trio innerhalb der Formation sind Charlotte Ortmann, Dominic Brosowski und Caspar van Meel. Sie bekamen ihrem Auftritt mit Dave Brubecks "In your own sweet way" - und genauso spielten sie es.

CD der drei ist in Vorbereitung Demnächst wird es bei MPS eine CD der drei geben: "Right On!". Das Programm mit Titeln von u.a. Mongo Santamaria, Horace Silver, Paquito d'Rivera und Don Pullen war Stück für Stück ein Hochgenuss: Frohsinn mit ansteckendem Tempo und Drive in "Saturday night in the cosmos", mit filigranen Akzenten vom Schlagzeug und einem Piano-Solo-Medley aus Standards oder eben gediegenem Bebop von Flöte und Altsaxophon in "Spring Song".

In Dizzy Gillespies "Ow", in dem P.O. abermals mit ungeheurer Dynamik faszinierte, kamen noch einmal alle Solisten zum Zug. "Ab jetzt spielen wir nur noch hier" Ortmanns scherzhafte Bemerkung "Ab jetzt spielen wir nur noch hier" muss man nicht unbedingt für bare Münze nehmen, doch verstehen könnte man es angesichts der authentischen Club-Atmosphäre des Rotationscafés schon.

Mit seinen Sonntags-Matineen, dem kürzlich überwältigenden Erfolg der Formation "jazz-lokal" und dem grandiosen aktuellen EARS-Abend scheint sich das Lenneper Rotationstheater als lebendiges Zentrum des Jazz in Remscheid zu etablieren.


Sascha Gutzeit - "Doktor Schock - Grusel, Gags und geile Bräute"

Sascha Gutzeit - Doktor Schock - Grusel, Gags und geile Bräute

Bergische Morgenpost am 01.11.2011


Gruselige Gags zum Schmunzeln

Wem es vor der heimischen Flimmerkiste angesichts immer blutiger werdender Krimis und Schnibbeleien aus der Gerichtsmedizin noch nicht gruselig genug ist, der darf sich auf keinen Fall Doktor Schock entgehen lassen. Sascha Gutzeit stellt ihn vor mit seinem bald erscheinenden Buch "Doktor Schock - Grusel, Gags und geile Bräute".
Und so, wie sich Gutzeit lesend gibt, taucht klammheimlich die Frage auf: Ist es der Autor wirklich? Doktor Schock ist zu allem fähig.
Vielleicht ist es in Wirklichkeit Doktor Schock, die Comic-Verkörperung des abgrundtiefen, schleimig-trashigen Bösen, der dort, auf dem Stuhl im Rotationscafé, mit mühsam unterdrückter böser Miene, wild gestikulierenden Armen und Händen und dem markerschütternden Schreien der gequälten Kreatur, in der Maske des Gutmenschen Gutzeit das Publikum zum Narren hält?
Das ist das wahre Grauen. Der nackte Horror springt glibberig-grün dem zarten Zuhörer ins Gesicht, bläst ihm kannibalisch lächelnd ins nackte Antlitz.
Trägt nicht Doktor Schock die gleiche Hornbrille wie Gutzeit? Ist er nicht auch zwei Köpfe kleiner als der Durchschnittsbürger? Öffnete sich jetzt wie von Geisterhand knarrend die Rotationscafé-Eingangstür und erschiene Schocks Geliebte Lieselotte im grünen, durchsichtigen Chiffon-Fummel, würde dann ein ob des schamlosen Anblicks brünstiger Zuschauer aufspringen, mit seinen gerade noch in der heißen Kaffeetasse sinnlich herumrührenden, bereits angekohlten Stinkefinger auf das schlampige Weib zeigen und laut ausrufen:"Das ist Spitze!" und die Chimäre, dieses bereits von Wahn und Wollust gekennzeichnete Weib entgegnen: "Nein, das ist Chiffon!" - dann wüsste jeder im Café: "Schock-Schwerenot, grimmig grinst das Grauen zu aller Laster Anfang. Orgie und Orgasmus werden folgen, Lennep leckt, verpieselt sich im Nichts."
Ja, derart geht´s zu in diesem zu Text gewordenen Comic, und Sascha Gutzeit alias Doktor Schock lässt absichtlich kein noch so abgeschmacktes und herrliches Klischee aus, um trashiger als Trash zu scheinen, das Genre ad absurdum zu führen und alles - insbesondere das an Bewusstsein des an "Kultur" interessierten Zuhörers - auf die Schippe zu nehmen.
Solche Untertitel wie "In den Klauen der Rentnerzecke" oder "Nachts, wenn die Todestöhle fliegt" sprechen für sich.
Den Spagat zwischen "Chemie, Quantenphysik und Darmspiegelung" bitte nicht ernst nehmen, auch nichts dabei verspeisen - "sekretierte Sekretärin, fleischfarbener Zuckerrübensirup aus menschlicher Haut, Knorpelbrühe" verhindern, dass das Leckerli im Magen bleibt.
Dem stetigen Schmunzeln der Zuhörer tat es keinen Abbruch.
Bernd Geisler


Helmut Mieth - "Hotte Hömma - Comedy"

Helmut Mieth - Hotte Hömma - Comedy

RGA am 06.10.2011


„Hotte Hömma – der Patient mit Nebenwirkungen“ vom 06.10.2011

Remscheider General Anzeiger RGA vom 08.10.2011 von Bastian Hamacher

Junges Publikum riss es von den Stühlen

... alleine der Auftritt von Hotte ließ seine Fans aufschrecken: gestreiftes Schlafanzugoberteil, Gehhilfe und Windelhose. Darunter nackte Beine. Dann kam, was auch altgediente Zivis (Hotte: „Früher hat man die nachgeworfen bekommen, heute findet man nicht mal mehr Einen zum Vorlesen“). Seine Anekdoten sind nicht nur aus erster Hand, sie sind auch liebevoll. Sie bringen die Absonderlichkeiten der deutschen Pflegelandschaft auf den Punkt und lassen die Besucher einen Blick hinter die Kulissen von Krankenhäusern, Schwesternzimmern und plastischer Chirurgie werfen. Das erklärt auch, warum das Publikum erstens sehr jung und zweitens allein vom ungewohnten Anblick von den Stühlen gerissen war. Was Helmut Mieth an diesem Abend im Rotationstheater dem Publikum präsentierte, war aber kein platter Ritt durch die Klischees der Seniorenlandschaft. Seine Pointen sind unvorhersehbar, mit Liebe zum Detail entwickelt und definitiv lebensecht...

Bergische Morgenpost vom 08.10.2011 von Hagen Thiele

Feiner Witz

...“Ich bekomm nicht oft Besuch, umso besser, dass ihr da seid“ freute sich der Patient. Was dann folgte, war eine wunderbare Mischung aus feinem Witz, derben Zoten und verrückten Neuinterpretationen bekannter Melodien am Piano. „Wir sind hier in einer Klinik für Hopse- das steht für Hirn- Organische- Psychos“. Das Publikum lachte begeistert. Das steigerte sich im Laufe des Abends immer weiter. Schwarzer Humor wurde an diesem Abend zelebriert. Das zeigte etwa auch an einem Telefonat, das Hotte mit einem guten Freund führte. “Was machst Du? Wundliegen?“ Mieth verstand es mit allerlei fantasievollen Einfällen und dem richtigen Gespür für den Wechsel von feinem Humor und Zoten einen rundum gelungenen Auftritt auf die Bühne zu bringen. Die Gäste sahen es genauso. Ihren Beifall durfte man bis auf die Strasse gehört haben.


Jens Neutag - "schön scharf"

Jens Neutag - schön scharf

Coolibri am 01.10.2011


Jens Neutag feierte Vorpremiere im Lenneper Rotationstheater: Schön scharfe Qualität

Publiziert am 20. September 2011 von coolibri

„Mein Kinderwagen hatte keine 5-Punkt-Fixierung. Kopfsteinpflaster hieß: Schädel-Hirn-Trauma. Und hat es mir geschadet?“ Fragen wie diese stellt Jens Neutag in seinem neuen Kabarett-Programm „Schön scharf“ – und nach der Vorpremiere im Lenneper Rotationstheater möchte man sagen: Sollte der junge Mann in Kindertagen Schäden davon getragen haben, dann waren die Spätfolgen erkenntnisfördernd, für ihn wie für sein Publikum. Und ziemlich witzig obendrein.



Es ist ein Heimspiel für den gebürtigen Remscheider, der inzwischen längst bundesweit Spaß macht. Hier hat er einst angefangen, und Theaterleiterin Reintraut Schmidt-Wien nennt ihn (wie bei ihren Veranstaltungshinweisen nach der Pause zu hören ist) zuweilen bis heute „den Jens“. Seine heimischen Fans im voll besetzten Saal werden wissen: „Schön scharf“ kann Neutag in der Tat. So werfen bei seinem Auftritt erstaunliche Assoziationen ein Schlaglicht auf Absurditäten unserer Zeit, wie zum Lebensmittel-Dumping bei Discountern – „Wenn Sie eine Katze überfahren, gäbe es für das fällige Bußgeld ebenso gut fünfzig Kilo Hackfleisch bei Lidl.“ Und obwohl sicher kein parodistisches Genie, sorgt der adrette Bursche für viel Erheiterung, wenn er per fix aufgesetzter Mütze oder Brille in Rollen schlüpft wie die des Jack Sparrow vom Rhein mit dem schönen Namen „Jupp Depp“ – und beim Thema „Piraterie vor Somalia“ ganz nebenbei die Angst des reichen Europäers vor Flüchtlingsströmen abhandelt.



Aber in erster Linie bezeichnet „Schön scharf“ das Thema des Abends, das der Mann mit der Chilischote („Davon können Sie in der Pause gern mal probieren!“) als roten Faden – bei allen übermütigen Nebensträngen – letztlich auch in der Hand behält. Deutschland fehlt die Würze, das steht fest für Jens Neutag. Was liegt da näher, als einen erfolgreichen Bundesliga-Trainer anzuheuern, der mit gepfefferten Sprüchen das Kabinett auf Vordermann bringt? Gesagt, getan; Vergnügen im Publikum. Appetitlich auch die Szene von der Schöpfung der Welt, wenn sie faden Politikern von heute überlassen worden wäre: am fünften Tag erwacht Rainer Brüderle kurz aus seinem Rausch vom guten Pfälzer Weißwein und bereichert die schöpferische Debatte mit der Forderung: „Kein arbeitsfreier Sonntag!“, ehe er sofort wieder einschläft. Und schließlich landen Kabarettist und Zuschauer bei den deutschen Teenies, von denen man, der so scharfsinnigen Rede von der „deutschen Leitkultur“ zum Trotz, eher selten Konversationen über Johannes Brahms höre wie: „Der Brahms macht mir viel zu viel mit chromatischen Fugen – du Opfer.“



Nicht allen Kapriolen des Herrn Neutag kann man so recht folgen an diesem Abend – was genau prädestiniert zum Beispiel speziell Alexander Dobrindt und Kristina Schröder für den Ehrentitel „Fix und Foxi der Union“? Lustig ist es trotzdem. Weiterer Pluspunkt gegenüber manchem Humor-Kollegen: Nur selten wird es zotig oder allzu derb, wenn „der Jens“ loslegt – scharfe Qualitäten gibt’s eben nicht nur unter der Gürtellinie.



Martin Hagemeyer




David Andres - "Jazz im Rotationscafé"

David Andres - Jazz im Rotationscafé

Bergische Morgenpost am 08.08.2011


Das Trio mit Christian Lorenzen am Piano, Heiko Bidmon am Saxophon und David Andres am Bass bot Jazz auf höchstem Niveau.
Obwohl jeder meist in sein eigenes Spiel versunken wirkte und höchste Kunst auf seinem Instrument bot, bildeten die Künstler ohne deutlich sichtbare Kommunikation untereinander eine so perfekte Einheit, wie man sie selten zu hören bekommt.
Überzeugend waren auch ihre gestochen scharfen Pausen und die klaren Einsätze. Heiko Bidmon brachte zudem durch Wechsel von Saxophon auf Bassklarinette Veränderungen und neue Klangfarben ins Spiel.
Alle Musiker haben sich ihren Instrumenten auch beruflich verschrieben und genießen internationalen Ruf.
Spätestens bei den Solopartien zeigte sich, dass jeder ein Meister seines Fachs ist.
Die Gäste waren sich einig: Der Besuch des ersten Jazzabends hatte sich gelohnt.


Ute Völker, Caroline Keufen und Olaf Reitz - "Ins Blaue"

Ute Völker, Caroline Keufen und Olaf Reitz - Ins Blaue

Bergische Morgenpost am 22.07.2011


Gibt es gute Gründe, im Bergischen Wurzeln zu schlagen?

Das Wuppertaler Literaturtrio Caroline Keufen, Ute Völker und Olaf Reiz hat sich auf eine Lesereise durchs Bergische begeben.

Die "Bleiben"-Reise folgt der "Damals"-Tour, und nach "Bleiben" kommt "Gehen". Den Abschluss bildet "Utopie - ab morgen wird´s anders".

Die Texte hatten sie mit Sinn für Intellekt und Humor zusammengestellt; Ute Völker sekundierte sie, füllte Pausen und setzte Akzente mit improvisierter Musik auf dem Akkordeon.

....Die Stimmung im Rotationscafé schwankte zwischen kontemplativer Andacht und lächelndem Kopfnicken.

Auch die Auswahl der Texte spricht für sich.

Das Trio wollte nicht zum Denken in Schubladen auffordern, deshalb wurden die Autoren bewusst nicht genannt.



Bernd Geisler


Richard Smith - "Gitarrenkonzert"

Richard Smith - Gitarrenkonzert

Remscheider Generalanzeiger am 11.06.2011


Fingerstyle-Gitarre und Cello - eine ideale Verbindung, wenn sie von dem Ausnahmegitarristen Richard Smith und seiner Partnerin Julie Adams geknüpft wird.

Am Donnerstagabend waren sie im intimen Lenneper Rotationstheater mit ihrem federleicht alle Stilgrenzen überfliegendem Programm zu hören.

.....es gibt ganz offensichtlich nichts, was Richard Smith auf seiner abgeschrubbten akustischen Gitarre nicht kann - und was er macht, macht er zum Hörvergnügen.

...der Engländer wird als Finger- und Flatpicker nicht ohne Grund zu den weltweit besten seiner Zunft gezählt.

...Smith schafft es in "Semper fidelis" sogar, auf den Basssaiten die Trommeln zu ersetzen. Chapeau!

Mit Spielwitz und technischer Brillanz lassen die beiden mitsummen, setzen Fußspitzen in Bewegung und zeigen sich als sympathische Plauderer.

Ein schöner Abend.

Frank Becker


Saori Jo - "The Voice & friends-Tour 2011"

Saori Jo - The Voice & friends-Tour 2011

Bergische Morgenpost am 06.06.2011


"Saori Jo & Friens - ein außergewöhnliches Konzerterlebnis" hieß es in der Ankündigung des Rotationstheaters.
Das weckte große Erwartungen für den Auftritt der Künstlerin. Und mit einem Gänsehaupt-Moment nach dem anderen wurde die Sängerin und Pianistin diesen Erwartungen dann auch mehr als gerecht.
Das Rotationstheater war restlos ausverkauft, und Spannung war spürbar, als die zierliche Musikerin zunächst alleine die Bühne betrat und mit dem Lied "Stay" in ihr Programm startete.
Das Stück baute alleine auf dem Klavierspiel und der zauberhaften Stimme der Künstlerin auf. Anfangs noch zart und zerbrechlich wirkend, steigerte sich die Ballade zum Ende hin, und die Sängerin überraschte mit einer schmetternden, kräftigen Stimme, die dem Zuhörer wohlige Schauer über den Rücken jagte.
Danach betraten zwei weitere Musiker die Bühne, um Saori Jo mit Akustikgitarre und Bass zur Seite zu stehen.
....zeigte die Musikerin, wie sehr sie in ihrer Musik aufgeht. Bei den schnelleren, rhythmischen Passagen spielte Saori Jo derart beschwingt, dass ihr E-Piano ins Wanken geriet.
Auch ihren beiden Mitstreitern sah man die Spielfreude an. Das übertrug sich aufs Publikum, das jedes Lied frenetisch feierte.
Hagen Thiele


Die Dornerei - "Don Camillo und Peppone"

Die Dornerei - Don Camillo und Peppone

Badisches Tageblatt am 15.04.2011


An Eigensinnigkeit und Sturheit schenken sich die zwei Streithähne wahrlich nichts. Sie haben jede menge markiger Sprüche auf Lager....

Es menschelt ironisch liebevoll und satirisch-heiter in dieser exzellent gespielten, klassischen Mandpuppen-Inszenierung mit mediterranem Volkstheater-Flair.

Ausgesprochen stimmig hat das Dornerei-Theater sie aus Guareschis drei Romansammlungen auf das Puppentheater zugeschnitten.

Souverän gelingt es Markus Dorner, den Gehalt der Vorlage um Korruption, Eigennutz und politische Leidenschaft zu transportieren.

Den kernigen Humor der einzelnen Episoden beleuchtet er mit einem guten Gespür für Nuancen und Pointen.

Dorners gekonnte Stimmfärbungen bewirken ein Übriges, ebenso wie zahlreiche tolle Ideen in Ausstattung und Umsetzung.

Ein steht fest: "Don Camillo & Peppone" im Puppentheatergewand garantiert göttlich-teuflische unterhaltung.

Bravo, Marco, bello teatro!


Harry Heib und Mark Weigel - "Angriff der Weihnachtsmänner!"

Harry Heib und Mark Weigel - Angriff der Weihnachtsmänner!

RGA am 21.12.2010


Weihnachtskabarett mit Lokalkolorit
(erb). Remscheid. Selbst das Schneechaos hielt die Besucher am Sonntagabend nicht ab, ins Rotationstheater zu kommen. Kein Wunder, denn wenn Harry Heib und Mark Weigel ihr Weihnachtskabarett aufführen, gibt es ordentlich was auf das Zwerchfell. Mit ihrem Programm "Angriff der Weihnachtsmänner" feuerten die beiden ein grandioses Comedyfeuerwerk ab.
Gut vorbereitet und auf Remscheid eingestellt ließen sie einen vorweihnachtlichen Alltag der Lenneper aufleben und katapultierten mit der Lichterkettenkonkurrenz von Aldi die Stimmung in die Höhe. Selbst der Lenneper Bezirksvorsteher Dr. Heinz-Dieter Rohrweck wurde in das Programm eingebaut, obwohl dieser im Publikum gar nicht anwesend war. Comedy verkauft sich nun mal am besten, wenn gute Recherche betrieben wird und das Publikum sich darin wiederfinden kann.
Somit hatten Heib und Weigel schnell überzeugt und ernteten ständig Beifall. Theaterszenen, kleine Anekdoten am Rande und Musik stimmten auf das bevorstehende Fest ein. Als Osterhasen mit weißen Schlappohren verkleidet neiden sie ihren Kollegen das Ansehen. "Weihnachtsmänner werden anerkannt, wir müssen uns unbedingt eine Marklücke ausdenken", jammern die Riesenmümmler und wollen sich fortan Pfingsten zu eigen machen.
"I'm dreaming of a white christmas", lallend vorgesungen, gefiel besonders den Damen in der ersten Reihe, in die Harry Heib mit torkelnden Schritten fast hineinfiel - aber eben nur fast. Denn so komisch und provokant die beiden auch sein mögen, sie verlieren nie die Kontrolle, rutschen nie ins Niveaulose. Moya Tschuschke begleitete am Klavier und rundete die Gesangseinlagen wunderbar ab. Ein gemeinsames "Süßer die Glocken nie klingen" wurde als Zugabe zweistimmig mit dem Publikum eingeübt. Bravo!


Sascha Gutzeit - "Von BABYLON träumen"

Sascha Gutzeit - Von BABYLON träumen

Bergische Morgenpost am 21.09.2010


Sascha Gutzeit, seines Zeichens Rockmusiker, Schauspieler, Hörspielmacher, Sprecher und Vorleser, hatte das richtige Händchen gehabt.

Er griff sich den Roman "Träume von Babylon" des spleenigen amerikanischen Kultautors Richard Brautigan und bastelte daraus eine Krimi-Lesung.

Aber keine eins-zu-eins heruntergeleierte Lesung mit gelegentlichem Kontakt zu den Zuhörern durch Augenaufschlag.

Nein, bei Sascha Gutzeit ist der Name Programm. Die Zuhörer sollen eine gute Zeit haben. Und die hatten sie am Sonntagabend im Rotationscafé.

Eine Lesung steht und fällt mit dem Vorlesenden; ist er gut drauf, sind´s die Zuhörer automatisch auch.

Sascha Gutzeit war gut drauf.

Im Klischee-Detektivmantel mit Kragen, Klischee-Detektivhut in die Stirn geschoben, Klischee-Pistole auf dem Tischchen vor ihm und mit Klischee-Stimmen der Personen gab er eine szenische Krimi-Lesung zum Besten, so wie sie sicherlich auch Richard Brautigan ein Höchstmaß an Vergnügen bereitet hätte.

Der gesamte Roman ist nicht ernst zu nehmen. Es geht um C.Card, einen verdreckten und verarmten, aber unbeugsamen Privatdetektiv. Sein Spitzname: Nase.

C.Card besitzt nur eine Pistole ohne Kugeln, einen wild wuchernden Urwald im Kühlschrank, kein Paar Socken mehr, keine Seife in der Dusche, Schulden ohne Ende, aber eine zynische und zu große Klappe.

Er singt mitten im Sommer Weihnachtslieder unter der Dusche.

Er soll im Auftrag einer geheimnisvollen, hübschen Lady, die eimerweise Bier säuft, aber niemals pinkeln muss, die Leiche einer erstochenen Hure aus dem Leichenschauhaus stehlen und auf einem nächtlichen Friedhof abliefern.

Doch auch Gangster sind scharf auf die leicvhe, erwischen natürlich prompt die falsche und schon geht´s los.

Die Geschichte bietet Stoff für Slapstick ohne Ende.

Sascha Gutzeit schlüpfte gekonnt in die Rolle des C.Card, aber nebenher auch stimmlich in die seiner Mutter, äffte die biertrinkende Lady nach, den einbeinigen, krächzenden Leichenbewacher, vier schwarze Gangster und - grandios zum Kringeln - den stiernackigen Bodyguard der Lady. Ihm verpasste er die Stimme des Kermit aus der Muppet-Show.

Blöder, und damit lustiger, geht´s nimmer.

Herrlich.

Nebenbei schrie, tobte, flüsterte, heulte, jaulte und krächzte Gutzeit und imitierte Tapsgeräusche.

So nahm er seine Zuhörer gefangen.

Bernd Geisler


Gernot Voltz - "Herr Heuser vom Finanzamt: Wenn die Konten Trauer tragen"

Gernot Voltz - Herr Heuser vom Finanzamt: Wenn die Konten Trauer tragen

Bergische Morgenpost am 30.03.2010


Die kuriosen Ideen des Herrn Heuser



Solche Finanzbeamten sollten die Finanzämter bevölkern:

Sie können die Gesetzestexte singen!

So jedenfalls machte es "Herr Heuser vom Finanzamt" (Kabarettist Gernot Voltz) in seinem Programm "Wenn die Konten Trauer tragen" im Rotationstheater vor.

Er sang ein textliches Kleinod, den Paragraphen 34 des Einkommensteuergesetzes, mit Inbrunst, Herz und Feeling.

Da muss man erst mal drauf kommen. Und Herr Heuser kam und kam; er geriet völlig außer Rand und Band.

Nicht nur zu finanztechnischen Dingen wie dem Gesundheitsfonds hatte er eine ganz spezielle humorige Meinung, auch zu Politikern wie Westerwelle (Aufschrift auf einen Heißluft-Händetrockner auf dem WC: "Sie hören eine Rede von Westerwelle"), Rainer Brüderle ("Politiker ist zwar kein Lernberuf, aber dass so einer garnichts kann....") und Angela Merkel ("Sphinx der CDU") konnte er seinen Mund nicht halten.

Zuweilen äußerst bissig, legte er zur Erholung dazwischen flache Gag- und Lach-Pausen ein.

So schrieb das Finanzamt einen Brief an einen Bürger: "Uns fehlt das Einkommen Ihrer Frau." Antwort: "Mir auch."

Tipps zum Zwischenmenschlichen wechselten sich ab mit absurdesten Erzählungen, die es dem brüllenden Publikum schwer machten, sich auf den Stühlen zu halten.

Mit wahnwitzigen Bildern schoss er die Phantasie der Leute auf den Witz-Olymp.

Angezogen wie weiland Honecker mit Pepitahut, Freizeitjäckchen und zu kurzer Hose mit Hosenträgern, zeigte der Finanzbeamte Heuser, dass es trotz aller Beamten-Bürokratie noch richtige Mernschen gibt, die die Ämter bevölkern.

Bernd Geisler


Sabine Paas - "La Vie en Rose"

Sabine Paas - La Vie en Rose

Bergische Morgenpost am 19.01.2010


"....Sabine Paas sang mit Leidenschaft, Charme und Witz bekannte Chansons der französischen Großmeister, die an diesem Abend das Publikum zum Träumen und Mitsummen anregten.

Die zwei Künstler hatten Spaß auf der Bühne.

Dies war nicht nur zu sehen, sondern auch zu spüren und steckte an: Sabine Paas flirtete mit ihrem Akkordeinspieler, und Ralf Gscheidle tat das Seinige, um sie mit seiner schnellen und präzisen Fingerfertigkeit am Instrument zu beeindrucken.

Es herrschte eine inspirierende Atmosphäre in dem kleinen und gemütlichen Rotationstheater.

Neben den Klassikern der französischen Musikgeschichte waren auch lustige und spannende sowie poetische Geschichten aus der Stadt der liebe zu hören, die Sabine Paas als geübte Sprecherin perfekt in Szene brachte.

Alles in allem war es ein Abend zum Reisen und Träumen, zum Lieben und Verführen: Der Zauber eines "rosafarbenen Lebens" gelang an diesem Abend, in einem weiß verschneiten Lennep." Bergische Morgenpost, Cristina Segovia Buendia

19.01.2010


Lüder Wohlenberg - "Spontanheilung"

Lüder Wohlenberg - Spontanheilung

RGA am 29.09.2009


Lüder Wohlenberg mit neuem Programm "Spontanheilung"


Von Frank Becker

Remscheid. Was wohl tragischer sei: die Diagnose, man habe nur noch ein paar Monate zu leben, oder die Erkenntnis, dass es eine Fehldiagnose war - nachdem man abgeschlossen und Bilanz gemacht hat? Lüder Wohlenberg, Arzt und Kabarettist, in seinem neuen Programm "Spontanheilung" in Personalunion Medizinsachverständiger und Berufspatient, spielt das mit seiner Kunstfigur "Raderscheid" durch.

Ein wenig treibt er mit Entsetzen Scherz, doch das braucht die übersättigte Gesellschaft. Ein Tritt in den Hintern ist besser als ein therapeutischer Elektroschock. "Sie sind gesund? Dann wurden Sie nicht ausreichend untersucht!" Wohlenberg bringt in seinem intelligenten und unterhaltsamen Programm einige Grundregeln für gesundes Leben auf den Punkt - und stellt sie auch gleich wieder in Frage.


Da wäre z.B. die allgemeine Aufregung über die Schweinegrippe, deren Folgen weit weniger der Volksgesundheit zusetzen als die jährliche Influenza-Welle, deren Publizität aber ungemein nützlich für die Pharma-Industrie ist. Verbürgt ist die hilfreiche Wirkung eines den Kopf völlig verhüllenden Atemschutzes gegen die Tröpfcheninfektion - der Zusammenhang zwischen der Burka und geringen Infektionszahlen in islamischen Ländern lässt aufhorchen.


Aus erster Hand weiß Wohlenberg zu berichten, dass es Ärzten sehr, sehr schlecht geht, einige schon von "Arzt IV" leben müssen! Das gibt zu denken, ebenso wie der Satz Voltaires: "Ärzte geben Medikamente, von denen sie wenig wissen, in Menschenleiber, von denen sie noch weniger wissen, zur Behandlung von Krankheiten, von denen sie überhaupt nichts wissen."


Da bringt schlechte Laune nichts, aber für eine manifeste Depression schüttet die Kasse immerhin 800 Euro aus. Wir lernen weiter: Laufen verlängert nicht unser Leben, es sei denn, einer ist mit einem Messer hinter uns her. Und wenn man über ein Burnout-Syndrom klagt wie Michel Glos, sollte man vorher wenigstens angezündet gewesen sein.


Auch das Phänomen, dass jetzt jeder ständig mit einer Flasche in der Hand rumläuft, als könne er spontan verdursten, kann man mit einem Zitat beantworten: "Man kann die Erkenntnisse der Medizin auf eine knappe Formel bringen: "Wasser mäßig genossen, ist unschädlich." (Mark Twain). Gesund aber ist Lachen, und das bekommt man bei Lüder Wohlenberg - ohne Krankenschein.









Seifenblasen Figurentheater - "Peterchens Mondfahrt"

Seifenblasen Figurentheater - Peterchens Mondfahrt

RGA am 07.09.2009


Puppenfestival: 39 Aufführungen mit Kater, Kasper und Co.


Von Sabine Naber

Wenn auf dem Alten Markt in Lennep ein kleiner, kuscheliger Leopard gesucht wird und das Kasperle durch die Altstadt flitzt, um ihn zu suchen, ist das nicht gewöhnlich. Wenn dann noch in der Klosterkirche ein dicker König seine ebenso wohlbeleibte Königin "Muttichen" nennt und beide ihrem quengeligen Prinzen verbieten, mit gewöhnlichen Kindern zu spielen - dann ist die Lenneper Altstadt zum "Festspielhaus" geworden.

Beim "3. Lenneper Puppenspielfestival" gab es in der Altstadt am Wochenende 39 unterschiedliche Aufführungen an 11 Spielorten zu sehen. Eine phantasievoller als die andere.Einen wunderschönen Auftakt gab es Freitagabend mit dem Klassiker "Peterchens Mondfahrt".


Rund 150 kleine und große Besucher ließen sich vom "Seifenblasen Figurentheater" verzaubern und lauschten der Geschichte vom Herrn Sumsemann, der sein sechstes Beinchen verloren hatte.


Weiter ging es am Samstag, als Musik von einer original Berliner Drehorgel erklang und vier Marionetten über den Markt spazierten, die sich mit den Wochenmarktbesuchern "unterhielten". Selbst die kurzen Regengüsse am Samstag machten den Puppenspielern und ihren Zuschauern wenig aus.


Entweder sie verlegten den Spielort nach drinnen, oder die Gäste spannten den Regenschirm auf.


Ob "Tölpelhans" oder "Der gestiefelte Kater", ob "Rotkäppchen" oder die "Prinzessin auf der Erbse" - der Zauber, der in dieser Form des Theaterspielens liegt, zog längst nicht nur die Kinder in seinen Bann.


Der Puppenspielgottesdienst für die ganze Familie, der zunächst als Experiment begonnen hatte, ist inzwischen zum festen Bestandteil geworden. Gestern Morgen wurde in der Evangelischen Stadtkirche die Geschichte der Biene Maja gespielt und erzählt.


"Endlich einmal ein Festival, wo es leise zugeht und die Besucher dennoch begeistert sind", freute sich Hans Lothar Schiffer vom Verein "Kulturstadt Remscheid" über die Resonanz des Festes, zu dem alle zwei Jahre eingeladen wird.







© rga-online


East Affair - "Weltmusik"

East Affair - Weltmusik

Remscheider Generalanzeiger am 01.09.2009


Atemberaubender Tanz auf den Saiten

Die international besetzte Band EAST AFFAIR macht glücklich. zu erleben war das im Rotationstheater

Glückspilz, wer am Samstagabend im Rotationstheater die Jazz-Formation "East Affair" erleben konnte.
Dem überragenden Konzert, dem Rang und der Qualität des internationalen Ensembles um Kim Efert (D)/Gitarre mit Jura Wajda (CZ)/Cimbal, Fedor Ruskuc (SRB)/ Kontrabass und Mirek Pyschny (PL)/ Cajon, Perkussion, wäre ein ausverkauftes Haus angemessen gewesen.

Denn was die vier Vollblutmusiker mitbrachten, war ein atemberaubendes Jazz-Crossover der Kulturen in individuellem Sound, raffiniert, mitreißend, virtuos.
Im Zusammenklang des hierzulande recht raren Cimbal, des seelenvoll behandelten Basses und der elegant gespielten Gitarre ließen die drei Saiteninstrumente einen Sound entstehen, der Träume schuf....
Mirek Pyschny gab mit vollem Körpereinsatz dem Ganzen auf der "Klangkiste" Cajon und dezentem Percussions-Einsatz den Rhythmus....
Sein Solo riss wie viele der brillanten Soli aller vier Musiker das Publikum zu Begeisterungsstürmen hin.....


Claassen-Neutag - "LAND IN SICHT! Ein Kabarettistischer Monatsrückblick"

Claassen-Neutag - LAND IN SICHT! Ein Kabarettistischer Monatsrückblick

Bergische Morgenpost am 30.04.2009


...im Logbuch des Monats fanden die Kabarettfreunde im vollbesetzten Rotationscafé zahlreiche Ereignisse wieder, die in den vergangenen Wochen für Aufsehen gesorgt hatten.
Das Konzept, das die maritimen Protagonisten im vergangenen Monat aus der Taufe gehoben haben, lässt sich offensichtlich vielversprechend umsetzen.
Die Nachrichtenlage beobachtet das Duo genau. Es scheut sich auch nicht davor, den Finger in offene Wunden der modernen Gesellschaft zu legen.
Jens und Jens punkten mit Spontaneität und Wortwitz.

Die Wohnzimmeratmosphäre im Rotationscafé tat ein Übriges, um mit dem Publikum in direkten Kontakt zu treten......


Bundeskabarett - "Ein schwerer Fall"

Bundeskabarett - Ein schwerer Fall

Bergische Morgenpost am 06.04.2009


Lachen brandete von der ersten Minute an der Kommandobrücke der MS Deutschland entgegen.

Hier standen der Bonner Sebastian Pufpaff, aus Leipzig Henry Schumann und Martin Zingsheim aus Köln auf der Bühne des Rotationstheaters, um ihre Mannschaft, das Publikum, auf einen schweren Fall einzustimmen.



Zwei Stunden verbaler Kleinkrieg, der alle Klischees zwischen Hüben und Drüben bediente.



Das Trio baute immer wieder geschickt die Zwischenrufe aus dem Publikum ins Bühnengeschehen ein.


Christian Pape - "Schief gewickelt"

Christian Pape - Schief gewickelt

Bergische Morgenpost am 30.03.2009


"Skurriles im Rotationstheater"



"Wann ist denn Ihr Hochzeitstag?". Die überraschende Frage des Kabarettisten Christian Pape brachte den Mann im Publikum in ernsthafte Schwierigkeiten...



Christian Pape verstand es immer wieder bestens, das Publikum im Rotationstheater mit einzubeziehen und damit großen Erfolg in Form von Lachattacken zu ernten. Einflüsse von Hape Kerkeling ließen sich dabei nicht von der Hand weisen.



Das Geschehen blieb immer abwechslungsreich und spannend, da niemand sicher sein konnte, dass Pape ihm nicht im nächsten Moment eine Frage stellen oder ihn gar als Laufburschen engagieren würde...


Patrizia Moresco - "Miss Verständnisse"

Patrizia Moresco - Miss Verständnisse

Remscheider Generalanzeiger am 28.03.2009


"Geballte Frauenpower mit Patrizia Moresco im Rotationstheater"

...in einem pompösen Hochzeitskleid lud die Komikerin ins Rotationstheater ein, zu einer schonungslosen Reise vom hochzeitsgelobten Leben bis hin zum Horrortrip ins Tal der Verlassenen.

Mit ihrem südländischen Temperament, stets in Bewegung und mit einer gummihaften Mimik versank die Vollblutitalienerin in leidvollen Momenten beim Therapeuten und entblößte Peinlichkeiten als ungewollter Single.

Nach der Pause sang, sprang und rockte das Multitalent mit geballter Kraft weiter, ohne einmal aus der Puste zu kommen.
Herzerfrischend und überaus witzig jonglierte sie mit ihren Tag- und Alpträumen, bis sie schließlich wieder auf Wolke 7 landete.

Mit ihrer schönen Singstimme präsentierte Patrizia Moresco nicht nur Liebeslieder, sie rappte und tanzte auch gekonnt.


Johann König - "Vorpremiere: Total Bock auf Remmi Demmi"

Johann König - Vorpremiere: Total Bock auf Remmi Demmi

Remscheider Generalanzeiger am 16.03.2009


"Keine Minute ohne Gelächter"

"Ich möchte alle Gäste bitten, das Handy während des Programms - wieder anzuschalten. Ich hab keinen Bock drauf, wenn Sie der Nachbar nicht erreichen kann, weil Ihr Haus brennt oder Ihre Olle brennt - mit dem Nachbarn durch".
Johann König stammelte sich im ausverkauften Rotationstheater durch das Programm.
Mit seinem neuen Programm wollte König neue Akzente setzen. "Ich möchte nicht immer als Witzmaschine reduziert werden, sondern meine schauspielerische Seite zeigen".
Mit seinen lyrischen Vierzeilern, blödelte König beispielsweise über Gefühle beim Zahnarzt.
Und: Es verging keine Minute, in der nicht gelacht wurde.
Johann König versteht es, Alltagsgeschichten mit absurden Gedanken zu verbinden. Absolut unterhaltenswert die Tagebuchauszüge über seine Frau Fifi, seinen Sohn Hein-Mück und die Katze Hectopascal.
Königs Gags scheinen zwar ins Leere zu zielen, führen aber über Umwege zu einer überraschenden Pointe.
Dass er mit atemberaubender Langsamkeit und naiver Sprechweise die Zuschauer zwei Stunden unterhält, bis sie begeistert Zugabe rufen, verdient vollen Respekt.
Mit einem Schweinekopf sang er die Zugabe mitten im Publikum.
Brillante Komik!


Hinz und Kunz - "„Das Geigen der Lämmer“ - Musik-Comedy"

Hinz und Kunz - „Das Geigen der Lämmer“ - Musik-Comedy

Bergische Morgenpost am 10.02.2009


Blödeleien mit Musik, darauf hatte sich der Zuschauer eingelassen im Rotationstheater.
Wobei Musik sehr breit gefächert rüberkam, und die Blödeleien mit einem urkomischen (Hinter-)Sinn fürs Absurde erst zündeten, wenn der Gag bereits vorbei war. Musikalische Zeitzünder mit Lachgas.

...sie legten los mit einem fulminanten Funk auf der Gitarre (Hinz) und begleitet auf der Geige in Jimi-Hendrix-Version (Kunz).

...jeder machte sein Ding, spielte, was er wollte, aber alles klang harmonisch und irgendwie schlüssig. Bevor ein Lied die Erinnerungs-Neuronen wach geklopft hatte, war es schon wieder vorbei...


Helmut Sanftenschneider - ""Bonjour, Kathrin""

Helmut Sanftenschneider - "Bonjour, Kathrin"

Remscheider Generalanzeiger am 24.01.2009


Mit ihrer Hommage an Caterina Valente und Silvio Vrancesco bedienten Claudia Schill und Helmut Sanftenschneider Erinnerungen und Sehnsüchte andie 50er Jahre jedenfalls aufs Schönste.



Im fröhlichen rot-weißen Pünktchen-Sensemble, elegant-glitzernden Cocktailkleid und wechselnden Dinnerjackets auch optisch stilvoll, musikalisch auf hohem Niveau und informativen Conférencen, sorgten sie für zwei Stunden ungetrübten nostalgischen Spaß.

"Bonjour Kathrin" ist eine Verneigung vor dem Weltstar und seiner Vielseitigkeit, die unsterbliche Schnulzen wie "Steig in das Traumboot der Liebe" ebenso hervorgebracht hat wie unzählige mitreißende Jazz-Schlager, Twist-, Calypso- und Bossa-Nova-Nummern, bei denen Helmut Sanftenschneider sein ganzes Können an der spanischen Gitarre entfalten kann.

Am Ende glitzerten in der deutschen Fassung von Harry Belafontes "Island in the Sun" Freiheit und Hoffnung in der Ferne -

"Hoffnung für Lennep!" erscholl es da aus dem Publikum.

Ein Gefühl, das man leide vopr sich hin summend gerne mit nach Hause nahm.


Markus Segschneider - "CD-Präsentation im Rotationscafé"

Markus Segschneider - CD-Präsentation im Rotationscafé

Bergische Morgenpost am 19.01.2009


Ein Mann, eine Akustikgitarre, ein Mikrophon, ein kleiner Verstärker und ein bisschen Chorus-Effekt:
mehr braucht es nicht, um ein abendfüllendes Musikprogramm auf die Beine zu stellen.
Markus Segschneider erzeugte im Rotationscafé mit sechs Saiten und zehn Fingern einen prächtigen, vollen, warmen Rundum-Sound, der die Cafébesucher in seinen Bann zog.
In Segschneiders Musik blitzen ungewohnte Wendungen auf, je länger man ihm zuhört. Die Musik ist intensiv und sorgsam zugleich, lyrisch und vielfältig. Jedes Detail stimmt.

Natürlich erleben die Freunde der Gitarre einen besonderen Genuss.Wie Segschneider es imemr wieder schafft, seine wieselflinken Läufe irgendwo so dazwischen zu schieben, dass sie genau auf den Punkt kommen und dazu noch melodiös klingen - das erfordert besondere Beachtung.
Dabei stellt er seine Viruosität nicht in den Vordergrund. Es ist vielmehr ein leichtes Wippen mit dem Gaspedal, das einen Zwölfzylinder aufheulen lässt - so wird klar, welche Kraft in ihm steckt. Stil ist angesagt. Alles zu seiner Zeit.
Meldoei, Akkorde und Rhythmus feiern in Eingkeit Kreativität und Musikalität.
Und das alles mit einer Gitarre.


KAMEN - "Jazz-Matinee im Rotationscafé"

KAMEN - Jazz-Matinee im Rotationscafé

Bergische Morgenpost am 30.09.2008


Modern Jazz und gutes Frühstück

Bernd Geisler Bergische Morgenpost 30.09.2008



Jazz-Frühstück im Café: Das klingt nach Altherren-Dixieland-Matinee mit Blick auf Bier und Brezel, alternativ Kaffee und Croissant.

Nicht so im Rotationscafé-



Was dort am Sonntagvormittag das Jazz-Trio „Kamen“ (serbisch für Stein) präsentierte, war Modern Jazz auf derart hohem Niveau, dass es für ein komplettes, opulentes Frühstück reichte. Brötchen, Brot, Ei, Schinken, Käse, Marmelade, Kaffee, Fruchtsaft. Die Tische bogen sich. So mancher haute rein, als wäre die Zeit vom Abend bis zum Morgen zu lang gewesen.



Danilo Vujovic (Schlagzeug) aus Serbien, Jura Wajda (Piano) aus Tschechien und Dragan Trajkowski (Bass) aus Mazedonien ließen es swingen und krachen.

Weniger in Lautstärke, mehr in Leidenschaft.

Sie spielten zahlreiche Jazz-Standards, aber so frei, wie ihnen Hände und Improvisationsgefühl gewachsen waren.

Allesamt diplomierte Jazzmusiker der Kölner Musikhochschule, blitzte Talent und Können auf, ohne die beschauliche Atmosphäre dieses supersonnigen Sonntagvormittags zu stören.



Im Gegenteil! Ihr Jazz brachte die Klarheit des Tages erst so richtig zur Geltung.

Bandleader Danilo Vujovic versteht es, die Stücke voranzutreiben, ohne auf die Pauke zu hauen: Er gehört zu den Meistern der Trommeln und Becken, die es schaffen, mit dezenter Spielweise trotzdem Furore zu machen. Er trommelt intensiv, aber doch irgendwie „vornehm“.

Die Milch im Frühstückskaffee gerinnt nicht zu sauren Schlieren aufgrund zu heftig kreischender Becken, sondern scheint im Wohlgefühl der dezenten Tempi und Takte eine Liaison mit dem Kaffee zu beginnen.



Dafür hat Jura Wajda Mühe, sein Temperament zu zügeln. Der Eindruck schwebt über den Tasten, als spiele er permanent mit gebremstem Schaum. Manchmal fließen die Töne der Soli, mal chromatisch rauf- und runter, mal in hämmernden Akkorden, mal in arhythmischen Sequenzen, nur so aus ihm heraus und sprengen das Korsett des Stückes.



„Das ist free“, raunt ein Frühstücksgenießer seinem Nachbarn zu. Das ist es zwar nicht, das ist „modern“. Aber egal, wie es auch immer heißen mag, es gefällt.



Nachdem die Leute satt sind, haben sie auch die Muße, die Leistungen der Musiker durch lautes Klatschen zu würdigen.



Natürlich gehört dazu auch Dragan Trajkowski am Bass. Er folgt dem Piano auf seinen verschlungenen Pfaden, greift so manche Idee Wajdas auf und hebt sie mit seinen höchsten Tönen auf den Jazz-Olymp.



Das Trio macht dem Jazz-Liebhaber das Frühstück zum Genuss.

Eine Nacht so abzuschließen lohnt!

Das nächste Mal machen wir sie vorher durch und freuen uns auf Modern Jazz zum Frühstück.

"Getragen von Jura Wajdas federleichtem Pianospiel und angetrieben vom fein akzentuierten Schlagzeugspiel des Hauptkomponisten Danilo Vujovic, entfaltete sich die Magie des Trios praktisch von den ersten Noten an.

Dabei ging die Besetzung fantasievoll und kreativ vor.

Bei traumhaftem Zusammenspiel überraschte des Trio mit einer gewitzten Melodieführung und verschiedenartigsten Einflüssen von Latin und Easy Listening bis hin zu einer kleinen Prise Balkan-Harmonien."

(Neuß-Grevenbroicher Zeitung)


Danilo Vujovic-Trio - "Jazzfrühstück im Rotationscafé"

Danilo Vujovic-Trio - Jazzfrühstück im Rotationscafé

Bergische Morgenpost am 30.09.2008


Modern Jazz und gutes Frühstück

Bernd Geisler Bergische Morgenpost 30.09.2008



Jazz-Frühstück im Café: Das klingt nach Altherren-Dixieland-Matinee mit Blick auf Bier und Brezel, alternativ Kaffee und Croissant.

Nicht so im Rotationscafé-



Was dort am Sonntagvormittag das Jazz-Trio „Kamen“ (serbisch für Stein) präsentierte, war Modern Jazz auf derart hohem Niveau, dass es für ein komplettes, opulentes Frühstück reichte. Brötchen, Brot, Ei, Schinken, Käse, Marmelade, Kaffee, Fruchtsaft. Die Tische bogen sich. So mancher haute rein, als wäre die Zeit vom Abend bis zum Morgen zu lang gewesen.



Danilo Vujovic (Schlagzeug) aus Serbien, Jura Wajda (Piano) aus Tschechien und Dragan Trajkowski (Bass) aus Mazedonien ließen es swingen und krachen.

Weniger in Lautstärke, mehr in Leidenschaft.

Sie spielten zahlreiche Jazz-Standards, aber so frei, wie ihnen Hände und Improvisationsgefühl gewachsen waren.

Allesamt diplomierte Jazzmusiker der Kölner Musikhochschule, blitzte Talent und Können auf, ohne die beschauliche Atmosphäre dieses supersonnigen Sonntagvormittags zu stören.



Im Gegenteil! Ihr Jazz brachte die Klarheit des Tages erst so richtig zur Geltung.

Bandleader Danilo Vujovic versteht es, die Stücke voranzutreiben, ohne auf die Pauke zu hauen: Er gehört zu den Meistern der Trommeln und Becken, die es schaffen, mit dezenter Spielweise trotzdem Furore zu machen. Er trommelt intensiv, aber doch irgendwie „vornehm“.

Die Milch im Frühstückskaffee gerinnt nicht zu sauren Schlieren aufgrund zu heftig kreischender Becken, sondern scheint im Wohlgefühl der dezenten Tempi und Takte eine Liaison mit dem Kaffee zu beginnen.



Dafür hat Jura Wajda Mühe, sein Temperament zu zügeln. Der Eindruck schwebt über den Tasten, als spiele er permanent mit gebremstem Schaum. Manchmal fließen die Töne der Soli, mal chromatisch rauf- und runter, mal in hämmernden Akkorden, mal in arhythmischen Sequenzen, nur so aus ihm heraus und sprengen das Korsett des Stückes.



„Das ist free“, raunt ein Frühstücksgenießer seinem Nachbarn zu. Das ist es zwar nicht, das ist „modern“. Aber egal, wie es auch immer heißen mag, es gefällt.



Nachdem die Leute satt sind, haben sie auch die Muße, die Leistungen der Musiker durch lautes Klatschen zu würdigen.



Natürlich gehört dazu auch Dragan Trajkowski am Bass. Er folgt dem Piano auf seinen verschlungenen Pfaden, greift so manche Idee Wajdas auf und hebt sie mit seinen höchsten Tönen auf den Jazz-Olymp.



Das Trio macht dem Jazz-Liebhaber das Frühstück zum Genuss.

Eine Nacht so abzuschließen lohnt!

Das nächste Mal machen wir sie vorher durch und freuen uns auf Modern Jazz zum Frühstück.

"Getragen von Jura Wajdas federleichtem Pianospiel und angetrieben vom fein akzentuierten Schlagzeugspiel des Hauptkomponisten Danilo Vujovic, entfaltete sich die Magie des Trios praktisch von den ersten Noten an.

Dabei ging die Besetzung fantasievoll und kreativ vor.

Bei traumhaftem Zusammenspiel überraschte des Trio mit einer gewitzten Melodieführung und verschiedenartigsten Einflüssen von Latin und Easy Listening bis hin zu einer kleinen Prise Balkan-Harmonien."

(Neuß-Grevenbroicher Zeitung)


Drittbrettfahrer - "Abstiegsangst"

Drittbrettfahrer - Abstiegsangst

RGA am 15.01.2008


Auf der Bühne liegt ein junger Mann und schläft, ein Kuscheltier in der Hand. Um ihn herum herrscht das Chaos. Leere Flaschen stapeln sich, Müllbeutel und Kissen liegen auf dem Boden verstreut.

Plötzlich geht alles ganz schnell: Der Wecker klingelt, beinahe gleichzeitig läutet es an der Tür, und schon stehen zwei Freunde im Raum. Mit der Ruhe ist es jetzt vorbei.

Die "Drittbrettfahrer" Johannes Schwelm, Dennis Prang und Jens Heinrich Claassen spielen sich selbst in ihrem neuen Programm "Abstiegsangst 2.0". Vor kleinem Publikum zeigten sie die Mischung aus Musik, Comedy und Kabarett am Sonntag im Rotationstheater.

Dennis hat eine E-Mail von der Bildzeitung bekommen. Die will bei Jens eine Homestory drehen. Natürlich muss die Wohnung erst mal aufgeräumt werden, wobei allerlei private Schwächen aufgedeckt werden. Johannes ist der verpeilte Dicke, Jens der vermüllte Träumer und Dennis der Kleine, der wegen seiner Größe zu leiden hat.

Kennengelernt haben sich die Drei bei einem Kabarettkurs mit Jens Neutag. "Wir haben gleich gemerkt, dass wir uns mögen und gerne zusammen spielen", erklärt Claassen. Seit über drei Jahren stehen sie gemeinsam auf der Bühne und können mittlerweile ihr drittes Programm präsentieren.

Johannes Schwelm ist für ausgezeichnete Parodien zuständig. Gekonnt mimt er Marcel Reich-Ranitzky und Reiner Calmund. Dennis Prang redet sich durch sämtliche Mundarten. Vom Ruhrpottslang über HipHop-Jargon und Ärztesprache. Jens Heinrich Claassen ist für die Musik zuständig. Am Klavier spielt und singt er bekannte Titel mit humorvollen Texten.

Die Ideen sind gut, aber leider stellen sich viele Sequenzen als recht langatmig heraus. Alle drei erweisen sich aber als phantastische Improvisationskünstler, wenn plötzlich der Text fehlt oder an einer wirklich unpassenden Stelle ein Stuhl kracht. Auch das Publikum wird stets einbezogen und zur Mitarbeit aufgefordert. Es quittierte den Abend mit viel Applaus.


Herrencreme - "Mein Onkel Bumba"

Herrencreme - Mein Onkel Bumba

RGA am 14.01.2008


Die Verbrennung von "zersetzendem Schrifttum", Berufsverbote für Autoren und die Reichskristallnacht. Kriegsende, Trümmerfrauen, Mauerbau und Studentenproteste. Nebenbei die Geschichte der Comedian Harmonists mit viel Komik, "dum, dum" und "parampapa".



Am Samstag waren "Herrencrême" mit Comedy, Kabarett und A-cappella-Gesang im Rotationstheater zu Gast.



Das Publikum folgte den Sängern auf eine anspruchsvolle Reise durch das von den Nazis geprägte Deutschland, begleitet von einem Stück deutscher Musikgeschichte. "Wochenend' und Sonnenschein" singen Thomas Hover (Bass), Thomas Peters (Bariton) und Marc Tiedtke (Tenor). Begleitet werden sie von Dirk Thoms am Klavier. Die Herren zucken mit den Brauen, lassen die Augen rollen und schnipsen mit den Fingern.



Mit mitreißenden und bekannten Melodien machen sie den Konflikt deutlich, dem die Deutschen in den 30er-Jahren und später ausgesetzt waren - ein Leben zwischen Nationalsozialismus und Einflüssen aus Amerika. Damit regen sie zum Nachdenken an. Gedichte von Ringelnatz, Tucholsky und Kästner bilden wunderschöne poetische Beigaben zur Rahmenhandlung. Trotz des ernsten Themas kommt der Humor nicht zu kurz.



Swing und Blues in perfektem Kaugummi-Englisch Wunderbare Stimmen zeichnen die Sänger aus. Sie flirten mit dem Publikum, singen "duba" und "tädädä" und schieben kleine Tanzeinlagen dazwischen. Swing und Blues in amerikanischem Kaugummi-Englisch prägen den zweiten Teil des Programms. Jetzt singen sie "doo wah" und flirten mit dem Mikrofonständer. Das Publikum amüsiert sich köstlich.



Vom unterdrückten Gekicher bis zur Lachsalve ist alles dabei. Pianist Dirk Thomas zitiert ein bekanntes Gedicht nach dem nächsten und erntet damit besonders die Bewunderung der älteren Zuschauer.


Hubert Burghardt - ""Weltverbesserer""

Hubert Burghardt - "Weltverbesserer"

RGA am 11.01.2008


Was den Musiker ehrt, stößt dem Kabarettisten schnell mal sauer auf: der Vergleich mit prominenteren Kollegen. Der sei vorab entschuldigt, denn hinter solcher Verstimmung steckt ja doch nur der reinste Wahnsinn, nämlich die Sucht nach Originalität.

Kabarett "zwischen Wahn und Sinn" bot der Dortmunder Hubert Burghardt am Donnerstag im Rotationstheater als selbsternannter "Weltverbesserer" mit einem Hang zum Unentschiedenen. Allein die Formel: "Sagt er, nein, das hätte ich falsch verstanden", lässt dem Zuschauer keine andere Wahl, als Rüdiger Hoffmann vor das geistige Auge zu zitieren.

Doch Burghardt, ohne Vorsatz ebenfalls Westfale, wird im Resümee galliger.Falsch verstanden hat seine Figur, dass ein unverschuldet kinderloses Ehepaar so mir nichts, dir nichts Nachwuchs adoptieren darf. Ü 30 könne das Gespann gerade mal auf eine pubertierende Göre aus dem Erziehungsheim hoffen, Ü 40 werde es für das Paar richtig eng, sei der Kinderwunsch nur noch in Gestalt eines afrikanischen Jugendlichen zu erfüllen. Einer mit Fronterfahrung und Kriegsmorden auf dem Kerbholz, versteht sich. Wie es scheint, liegt einem Dortmunder dann doch eher ein Dobermann, der zwar kläfft, aber das Herrchen nicht gleich bluten lässt.

Vom Musterkonsumenten, der einen Vertikutierer mit USB-Anschluss echt praktisch findet, jagte Burghardt binnen zwei Stunden über den fehlbeleuchteten Hypochonder zum erleuchteten, aber resignierten Kernkraftgegner, der bereits von innen strahlt. Vieles im Programm war köstlich, auch wenn es sich nur selten herzerfrischend lachen ließ - es mag am Ernst der Dinge liegen.

Dennoch hatte die Darbietung ein paar Längen und Plattitüden. Dass Wein immer noch gelesen, Bücher aber fast nur noch gehört werden, ist eben nicht mehr als ein Kalauer. Nun handelte es sich um eine Vorpremiere, mithin den Testlauf, dem der Feinschliff folgen wird.


Tina Teubner - "Aufstand im Doppelbett"

Tina Teubner - Aufstand im Doppelbett

RGA am 11.12.2007


Dass das Rotationstheater immer wieder höchst begabte junge Künstler auf die Bühne bringt, ist mittlerweile hinreichend bekannt. Was aber Tina Teubner und ihr Partner Ben Süverkrüp mit "Aufstand im Doppelbett" am Samstagabend vor vollem Haus boten, war ein absolutes Highlight - bissiges Kabarett vom Allerfeinsten.

Nun ist Tina Teubner keine ganz Unbekannte, ihre Programme und Chansons wurden bereits mit allen einschlägigen deutschen Kleinkunstpreisen bedacht. Und die hat sie zu Recht erhalten. Wer intelligente Bosheiten, treffsichere Pointen und anarchischen Spott liebt, der kommt um Tina Teubner nicht herum.

Wo Mario Barth und Konsorten allenfalls ganz lustig sind, treibt sie mit geschliffenem Wortwitz und hingebungsvoller Selbstparodie ihr Publikum zu Lachtränen. Einfach nur brillant ihre vertonten Beobachtungen männlicher und weiblicher Streitkultur im "Beschimpfungsduett", synchron gesprochen und gesungen mit Ben Süverkrüp am Klavier.

Alles, was nach Gutmenschentum und zeitgeistgebürsteter Angepasstheit riecht, ist Tina Teubner ein Gräuel. "Ich trotze dem Leben noch die ein oder andere Ambivalenz ab!" lautet ihr Motto - ein "Hoch!" also auf alles, was derzeit so gar nicht "in" ist: den Alkohol, das Altern, die Zigaretten.

Eine große Komödiantin, die auch die ganz leisen, melancholischen Töne beherrscht - und zur Unterstützung des melodramatischen Effekts schon mal die Singende Säge zur Hand nimmt. Man kann sich angesichts der aktuellen Comedy-Inflation nur wünschen, von dieser begnadeten Kabarettistin und ihrem großartigen Partner am Klavier in Zukunft noch viel, viel mehr zu sehen und zu hören.


Jens Neutag - "Benefiz-Gala"

Jens Neutag - Benefiz-Gala

Bergische Morgenpost am 13.09.2007


"...der in Lennep geborene Kabarettist Jens Neutag ("ich fühle mich meiner Heimatstadt verbunden") reagierte prompt und organisierte die Benefizgala "Auferstanden aus den Fluten".
"Ich habe viele Kollegen angerufen, der Rücklauf war enorm". Neutag, der die Gala moderieren wird, hat acht Kollegen um sich versammelt, um dem Publikum Kabarett, Comedy und Musik zu bieten.
Dafür steht Nachwuchstalent Jens Heinrich Claassen vom Ensemble "Die Drittbrettfahrer".
"Als wir vor vier Jahren einen ersten Auftrittsort suchten, sagte Reintraut Schmidt-Wien sofort zu.
Das fand ich so toll, dass ich mit meiner Teilnahme auch die Verbundenheit zum Ausdruck bringen will", sagt er.
Ähnlich geht es dem Wuppertaler Jürgen Scheugenpflug, der seit 15 Jahren im Rotationstheater auftritt.
Mit auf der Bühne stehen Keirut Wenzel (langjähriger Bühnenpartner von Kayar Yanar), Lüder Wohlenberg, Hubert Burghardt, Jörg Fabrizius von der Münsteraner "Buschtrommel", sowie die Comedians Vera Deckers und Johannes Flöck.


Theater die Bösen Schwestern - "Geschenkt"

Theater die Bösen Schwestern - Geschenkt

RGA am 13.03.2007


Travestieshow der "Bösen Schwestern"

Mottenpulver, Kölnischwasser und die ewig orale Angst um den Verlust der dritten Zähne: Wenn Haftcreme Sahnetorte wäre, hätte Magda (Adrian Anders) von den "Bösen Schwestern" am Samstag im Rotationstheater eine ganze Konditorei weggelutscht.

Und wenn die Schwestern wirklich Damen wären, dann hätte ihr Wochenendkränzchen namens "Geschenkt" höchstens die halbe Miete kassiert. Woran es liegt, dass Hosenrollen frivol, der Mann in Rock und Mieder aber urkomisch ist, wird auf immer ein Geheimnis der Comedy-Branche bleiben.

Nicht zwingend mit Übergewicht war unter den Gästen im Rotationstheater die weibliche Fraktion, die mit aller Gefasstheit dem bösen Feind "Schwester Ich" ins Auge blickte. "Ü 50/55" kann das feminine Ego offenbar so schrullig werden, dass schon ein Halbsatz genügt, um loszuprusten.

Neben Adrian Anders legten Chris Palmer als Anita Palmerova und Stephan Guddat als Uta Gibbert BH an sich, jonglierten gekonnt mit den Problemzonen des Publikums und stellten dabei auch die forsche Frage: "Wie blöd sind Sie eigentlich, dass Sie so was mitmachen?" Stilecht wurde eine ganze Flasche Eierlikör geschlabbert, während Magda alle Antworten nach dem Sinn des Lebens im Handtäschchen suchte.

Doch: "Wie heißt das?" Remscheid! Aha. "Wenn ich es hier nicht schaff, schaff ich es überall", wussten die Schwestern im Entrée hart, aber gerecht über die zweite Hauptstadt der Welt, die niemals schläft, und bemerkten über das Theater: "Hier ist ja alles aus Holz."

Aus genau dem Grund musste auf allerlei verzichtet werden, leider auch auf die zehn nackten Tänzer, die dem Abend noch mehr Saft verliehen hätten. Magda hatte aber auch so seinen/ihren Spaß, vor allem dann, "wenn es am Pöter richtig schuckelt". Sketche, Lieder und pseudo-weibliche Nabelschau aus zehn Jahren ergaben den Stoff für ein Jubiläumsfeuerwerk und lieferten zugleich das, was die Wissenschaft vergeblich sucht, nämlich den Missing Link zwischen uns und unseren Müttern. Um frei und französisch mit Uta zu fragen: "Encore une fois?" Ja, bitte, gebt uns 4711 bis zum Abwinken.

Von Manfred Görgens


Jörg Hegemann - "A Tribute to Albert Ammons"

Jörg Hegemann - A Tribute to Albert Ammons

RGA am 12.03.2007


Pianomann lässt die Tasten tanzen

Einem Großmeister des Boogie-Woogie-Pianos wurde am Freitagabend im Lenneper Rotationstheater Tribut gezollt. Der Wittener Jörg Hegemann ließ in seinem zweistündigen Programm den Boogie-Woogie der Frühphase des 20. Jahrhunderts wieder auferstehen und spielte auf seinem Klavier bravourös die Songs von Albert Ammons, einem der Begründer des swingenden und kraftvollen Boogie-Woogie.

Entstanden im "Storyville", einem Vergnügungsviertel in New Orleans, entwickelte sich zu Beginn des 20. Jahrhunderts aus dem Ragtime und dem archaischen, simplen Piano-Blues jene energetische und mitreißende Form des Jazz, die auch heute noch begeistert.

Die knapp 50 Zuhörer swingten und wippten von Anfang an zur Musik, spendeten kräftigen Applaus und stachelten nicht zuletzt Jörg Hegemann zu beinahe akrobatischen Höchstleistungen an. So war es nicht verwunderlich, dass er sich bereits nach dem dritten Song seiner Anzugjacke entledigen musste.

Wahnwitzige Melodienlinien Es war aber auch nicht schwer, sich den Klängen von der Bühne zu ergeben: der "Walking Bass", den die linke Hand spielte, ließ einen beinahe automatisch mit dem Fuß den Takt mitklopfen, während die rechte Hand mit teilweise wahnwitzigen Melodielinien den Zuhörer schwindelig spielte. Dazu kam die unübersehbare, und nicht zuletzt auch unüberhörbare Spielfreude des Künstlers, die einem ein breites Grinsen auf das Gesicht zauberte.

Keinen Tropfen Whiskey verschüttet

Zwischen den Stücken erzählte Jörg Hegemann in seiner unkomplizierten Art interessante und witzige Anekdoten aus der Geschichte des Boogie-Woogie. So erfuhr man beispielsweise, dass Albert Ammons angeblich ein besonders schnelles und wildes Stück mit einem vollen Whiskeyglas auf seinem Kopf spielen konnte, ohne dabei auch nur einen Tropfen zu verschütten . . .

Einziger Wermutstropfen eines wunderschönen Abends war die Tatsache, dass Hegemann seinen eigenen Takt etwas zu enthusiastisch mit dem Fuß mitklopfte. Stellenweise hielt man nach dem Metronom auf der Bühne Ausschau. Doch in der Summe spielte das keine Rolle.

Von Wolfgang Weitzdörfer



http://de.youtube.com/watch?v=wazYLcLFI7w&feature=email


Marcus Jeroch - "OB 8: BAUSTELLE WORT"

Marcus Jeroch - OB 8: BAUSTELLE WORT

RGA am 06.03.2007


Kabarett: "Mama" heißt gleich "Mach ma"



Was dem einen Albert Einsteins Relativitätstheorie, war dem "Verwirrkopf" Marcus Jeroch am Sonntagabend im Lenneper Rotationstheater seine relative Theorie rund um den 26-köpfigen Buchstabensalat, die er praxisnah begründete.



"Liebe Brüder, liebe Schwestern, liebe Einzelkinder", begann Jerochs amüsante Wortpredigt rund um das kindliche Sprachverständnis. Schließlich prägen die kindesübliche Trotzkraft stets der "wegweisende Pfater" und die in die Kindheit begründete Frauendiskriminierung der ersten Worte: "Mama", gleichbedeutend mit "Mach ma'".



"Kuhragiert" erörterte der mehrfach preisgekrönte Berliner Kabarettist, Jongleur und Clown in seinem vierten Soloprogramm "OB 8 - Baustelle Wort - Literarieté" sprachakrobatisch Gesellschaftsproblematiken, medizinische Neuerungen (WC = schmerzendes Fußglied) und die bange Frage, wie sich das Sprachgebäu-e ohne den ein oder anderen Buchstaben gestalten wür-e. "Meine Amen un Herren, ie Ge-anken sin frei", begann sein Wortsalat, dessen Würze an Komik ob letztlich fünf fehlender "Bauträger der Sprache" nicht zu überbieten war.



In Windeseile schlüpfte Marcus Jeroch in die verschiedensten Rollen und untermalte seine quirlige Bühnenpräsenz mit verblüffenden akrobatischen Kunststücken. Optisch mutierte er mit wirr toupiertem Haarschopf zu Professor Einsteins Double, und entgegen aller orthographischen Strategie verwandelte er mit überzeugendem Selbstverständnis das Sinnbild der deutschen Sprache.



Die "Baustelle Wort" gestaltete sich unter Leitung des brillanten Architekten und Bauleiters als Meisterwerk: "Genie-al!"



Von Angela Heise


Stefan Verhasselt - ""Machen Sie et juut""

Stefan Verhasselt - "Machen Sie et juut"

RGA am 05.03.2007


"Unser Stefan" hört auf Volkes Stimme

Was macht ein Radiosprecher in den Musik- und Werbepausen? Stefan Verhasselt, Moderator bei WDR 4, gab am Samstag im Rotationstheater Einblick in die Abläufe zwischen den gesprochenen Zeilen.

"Live im Studio" erlebten die "Zuhörer" den Arbeitsalltag des renommierten Sprechers.Rotes Knöpfchen an, schon drang die professionelle Ansage der bekannten Ätherstimme durch den Theatersaal.

Doch wehe, er schnitt sich per Knopfdruck von der Außenwelt ab, dann gewann man Einblick in den "wahren Verhasselt". Imaginäre Zwiegespräche mit Kollegen und Verwandten offenbarten sein sarkastisches Gedankengut.

Mit Ironie nahm er seine eigenen Kommentare auf die Schippe. Schließlich waren wir "unter uns" und, seine "niederrheinische Possessivformel" nutzend, wähnte sich "unser Stefan" eingangs nicht unter der Aufsichtspflicht des gestrengen Intendanten.

Was denkt der smarte Sympathieträger denn nun wirklich zwischen Nachrichten, Direktübertragung und Hörergrüßen. "Radio vom Niederrhein ist wie Möhren untereinander ohne Musik", verriet er den rund 50 Besuchern im Saal.

Deftig, kräftig und fein gewürzt tourt er seit einem Jahr mit seinem kabarettistischen Programm "Machen Sie et juut!". Die Feuerprobe im Bergischen bestand der gebürtige Niederrheiner mit Bravour. "Wat halten Sie denn davon" war eine der lebendigen Fragen, mit denen er Rat suchend das Publikum einbezog.

Als versierter Moderator horchte er auf die "Stimme des Volkes" und verriet rheinisch-philosophisch manches Geheimnis: "Heute erfahren Sie Sachen, die Sie sonst nie hören."

Von Angela Heise


Johannes Flöck - "Früher war ich jünger"

Johannes Flöck - Früher war ich jünger

RGA am 26.02.2007


Johannes Flöck spielte in Lennep vor ausverkauftem Haus

"Ich hab ein gutes Gefühl", sagt Johannes Flöck, grinst und schiebt seine Faust aufmunternd in Richtung Publikum. Zu recht, denn das gute Gefühl trügt nicht: Der Koblenzer Kabarettist mit Wahlheimat Köln spielte am Freitagabend im restlos ausverkauften Rotationstheater.

Ein Publikum aus knapp 100 Personen nutzte Geschäftsführerin Reintraut Schmidt-Wien in der Pause dann auch kurzerhand für Werbung in eigener Sache: "Die Künstler und wir als unabhängiges Theater leben davon, dass Sie ihre Eintrittskarten bezahlen. So einfach ist das."

Applaus und am Ende der Vorführung zahlreiche Interessenten und komplett vergriffene Programmhefte lassen auf einen Aufschwung der Kleinkunstbühne in diesem Frühjahr hoffen. Denn hier haben schon viele bekannte Comedians ihre ersten Bühnenerfahrungen gesammelt.

So auch Johannes Flöck, der mit der Vorpremiere seines Programms "Früher war ich Jünger" bereits zum zweiten Mal seine Show präsentiert. Er redet zügig, setzt Pointen - die auch manchmal einige Sekunden Einwirkzeit brauchen - überzeugt mit hervorragender Mimik und seinen erzählten Szenen von der kölschen Kneipe über den Junggesellenabschied bis zur Karaoke-Darbietung.

Immer wieder brach Flöck aus der Rolle des Frontalbeschallers von der Bühne in den Zuschauerraum aus, bezog das Publikum mit ein. Ob jeder die linke Hand in die Luft strecken sollte, zwecks Fern-und-Massen-Handlesekunst oder zu Heinos "Blau, blau, blau blüht der Enzian" mitsingen - Flöck schaffte es, die Zuschauer humorvoll wachzurütteln.

Der Programmtitel ist sein roter Faden und wird in seiner Doppeldeutigkeit klar, als der Comedian nicht nur davon spricht, dass er in seiner Jugend beim Rock-Konzert mit Anlauf von der Bühne auf das Publikum gesprungen ist und heute beim Hip-Hop-Konzert irgendwie fehl am Platze ist, sondern auch im Gespräch mit seinem "Großvater".

Der sagt ihm nämlich, dass er die Reinkarnation von Johannes dem Täufer sei. Weshalb der Titel auch in dieser Lesart zu verstehen ist. Flöck schafft es an verschiedenen Stellen, sich der Bibel und ihren Protagonisten humorvoll zu nähern, ohne beleidigend oder blasphemisch zu wirken.

Und solche Episoden in das restliche Programm einzugliedern, das etwa aus seinen Erfahrungen an den Sicherheitsschleusen an Flughäfen und dem neuen Fitness-Wahn seiner Freundin besteht. "Jetzt zählt sie sogar beim Sex und macht hinterher Dehnübungen. Früher hat sie einfach eine Zigarette geraucht."

Von Daniela Kebel


Jürgen Scheugenpflug - "Wort und Totschlag"

Jürgen Scheugenpflug - Wort und Totschlag

RGA am 26.01.2007


Satirische Plauderstunde mit Jürgen Scheugenpflug

"Spaß in Remscheid? Na, dann wolle mer dat doch mal probiere." In lehrerhafter Manier studierte Jürgen Scheugenpflug am Donnerstagabend im Lenneper Rotationstheater mit dem Publikum den "chaotischen Stufe-3-Applaus".

Geübt, geklappt und schon war das "Bergische Eis" gebrochen. Munter plauderte der Bühnen erfahrene Sympathieträger durch den Abend.

Passend zu den wortgewandten Zwiegesprächen mit den Zuschauern in seinem Soloprogramm "Wort & Totschlag" verlegte die Theaterleitung die satirischen Plauderstunden (Regie Markus Friele) ins heimelige Foyer. Mit ernstem Gesicht aufbrausender Stimme über die irrsinnigen Ungereimtheiten quer durch Politik, Medizin und zwischenmenschliche Begebenheiten, hätte man ihm bedenkenlos seine Großmutter abgekauft, wenn er dies suggeriert hätte.

Käuflich zu erwerben hingegen gab es am Schluss des Abends sein literarisches Erstlingswerk "Lieber tot, als Zweiter". Schon eingangs stellte der kabarettistisch angehauchte Komödiant klar: "Comedians machen es wegen dem Geld und Kabarettisten wegen des Geldes." Logisch, dass sich die Mischung des quirligen Entertainers als kurzweilige satirische Lesung gestaltete.

Wortakrobatische Vierzeiler, gekonnte musikalische Einlagen rund um "Ermäßigungsberechtigte Randgruppen wie Studenten und Senioren" und altersbedingten Gedächtnisschwund ("Man denkt sich was aus, aber man weiß nicht mehr was") bestätigten die Zuschauer mit Zunicken.

Noch in die Lachsalven kommentierte er frenetisch: "Da werd ich irre!" und fand nahtlos den Übergang zu den Auszügen seines Buches, in denen er schwarzhumorig und trocken wie Ephraim Kishon, seine Erfahrungen schildert. Sei es das Schnupperwochenende in der Seniorenresidenz, die Horrorerlebnisse mit Waltraud in der Tanzschulzeit oder die beglückenden drei Neuzeitworte nach der Vorsorgeuntersuchung im Alter: "Es ist gutartig."

Von Angela Heise


Kabarett A-Z - "Heilige Schlacht"

Kabarett A-Z - Heilige Schlacht

RGA am 05.12.2006


Kabarett statt Therapie

Er schenkt ihr ein Handy zu Weihnachten, lässt sie aber nicht ran. Nach einer wortreichen Auseinandersetzung und cholerischen Wutausbrüchen seitens des Mannes sieht seine verzweifelte Frau nur noch eine Lösung - und zückt die Waffe: "Viele Menschen leiden unter angestauten Aggressionen.


Das muss nicht sein!", erklärt sie gelassen ihre Tat und eröffnet damit einen herzerfrischenden Anti-Weihnachtsstress-Kabarett-Abend.

Corinne Walter und Frank Zollner vom "Kabarett A-Z" sorgten im Rotationatheater in Remscheid-Lennep mit 90 Minuten abwechslungsreicher, intelligenter und in kein Schema passender Unterhaltung beim Publikum für Lachsalven.

Wer glaubte, dass ihm ein typisches Weihnachtskabarett aufgetischt wurde, der irrte. Mit rasanter Spritzigkeit und ausdrucksstarker Mimik beherrschten die Kabarettisten von der ersten Minute an die Lage. Alle gängigen Klischees wurden in die Mangel genommen und mit rasantem Tempo und gekonntem Wortwitz in Szene gesetzt.

Corinne Walter und Frank Zollner boten die ganze Palette von Theater über Lyrik bis hin zur Musik an, spielten ein genervtes Ehepaar und typische Vater-Tochter-Konflikte, brillierten als einsame Greise in der Adventszeit. Zwischendurch unterbrach eine Werbepause der Firma Genetic das weihnachtliche Geschehen: Nervige Verwandte und nörgelnde Kinder am Weihnachtsabend konnten durch Klone ersetzt werden, um ein friedliches Fest zu garantieren.

Männliche wie weibliche Verhaltensmuster wurden schonungslos entlarvt und durch den Kakao gezogen. Nicht mehr die Geburt Jesu im Mittelpunkt stand, sondern paranoische Verhaltensweisen in zwischenmenschlichen Beziehungen. Ein Therapeut hätte es nicht besser machen können. Das Duo verstand es, die heutige Gesellschaft widerzuspiegeln und gleichzeitig auf höchstem Niveau unterhaltsam zu sein. Absolut sehenswert!

Von Elisabeth Erbe


Ham & Egg - "Keep Smiling"

Ham & Egg - Keep Smiling

RGA am 27.11.2006


Travestie-Duo "Ham & Egg" scherzte und jodelte

Charmant sind diese "Damen" nicht. Ganz im Gegenteil: Flotte Sprüche, derbe Witze und scharfe Zungen zeichnen das rheinländische Travestie-Duo "Ham & Egg" aus. Am Freitag stellten sie im ausverkauften Rotationstheater ihr neues Programm "Keep Smiling" vor und begeisterten mit einer zweistündigen Show.

Zehn Jahre Erfahrung machten sich schnell bemerkbar. Schon mit der Begrüßung eroberte Andreas Schmitz als "Egg" die Sympathien des größtenteils weiblichen Publikums. "Aus welchem Altenheim kommen Sie denn?", fragte Egg die Zuschauerinnen der ersten Reihe. Die Besucher brachen in lautes Gelächter aus.

Auch sein Gegenstück "Ham" alias Jörg Dilthey wurde herzlich empfangen. Im Evita-Köstum oder als tanzende Erdbeere blieb sie stets die große Diva, die mit viel Glitzer im wahrsten Sinne glänzte. Für eine Volksmusik-Nummer suchte Ham sich Unterstützung aus dem Publikum. Natürlich wollte niemand freiwillig auf die Bühne. "Das ist die typische Weg-Guck-Strategie", kommentierte sie. Und fand dennoch zwei Opfer, mit denen sie jodelnd das Publikum zum Mitsingen und Schunkeln animierte.

Bei jeder Nummer traten die Travestie-Künstler in einem neuen spektakulären Kostüm plus sehenswerter Perücke auf die Bühne. Die Kleider waren bieder bis sexy, bewiesen aber immer viel Liebe zum Detail. Doch Egg warnte die Männer unter den Zuschauern vor den "falschen" Frauen: "Was Sie suchen, das finden Sie nicht - und was Sie finden, das haben Sie selbst." Doch enttäuscht war deswegen niemand.

Mit Gesang, Tanz und viel Witz parodierten "Ham & Egg" ihre Umwelt - und sich selbst. So lästerte Ham: "Egg vergewaltigt wieder die Natur und schminkt sich nach." Das neue Programm erfüllte wohl alle Erwartungen des Publikums. Die Show ist zwar nichts für allzu sanfte Gemüter, denn sie geht nicht nur unter die Haut, sondern häufig auch unter die Gürtellinie. Aber das hat Travestie wohl so an sich.

Hams Tipp zum Abschied kann man jedenfalls guten Gewissens beherzigen: "Empfehlen Sie uns ihren Freunden! Und wenn Sie uns nicht mögen, dann empfehlen Sie uns einfach ihren Feinden."


YEOMEN - "a capella punk meet’s classics & techno"

YEOMEN - a capella punk meet’s classics & techno

RGA am 24.11.2006


Ihre Ohren werden Augen machen - das war das Motto des Abends, als "Yeomen" aus Berlin im Rotationstheater einen Zwischenstopp auf ihrem Weg nach Paris einlegten.

Knapp 60 Gäste wollten Teil von "Superbrotherpopstarsearch" sein - der ultimativen Casting-Show mit fünf Kandidaten, die sich regelmäßig selber überboten.

Eingestimmt von einem Einpeitscher, der einem das Klatschen an der richtigen Stelle beizubringen versuchte, ging es dann auch gleich mit einem Song los, den keiner so auf der Liste hatte: "Wenn die Sonja russisch tanzt" von den unkaputtbaren Comedian Harmonists.

Aber auch modernere Sounds wurden von dem A-Cappella-Quintett brillant dargeboten. Da war "Rockin' All Over The World" von Status Quo oder auch "In Zaire" von Johnny Wakelin. Eingebettet war die wirklich beeindruckende Vokalleistung in den bereits erwähnten Casting-Kontext, der auch den Knackpunkt des Abends darstellte. Zuviel wurde geredet. Zu langatmig gestalteten sich die ein wenig oberflächlichen Comedy-Elemente.

Schöner wäre es gewesen, hätte man sich auf einige wenige launige Ansagen beschränkt, die den Abend von gut zu besonders erhoben hätten. Denn gut war er, der Abend - dank des beeindruckenden Gesangstalentes der jungen Musiker (20 bis 23 Jahre alt), das auch in eigenen Songs dargeboten wurde.

Dem Gros des Publikums schien der satirisch-comedianhafte Ausflug in die Welt der Popstars gut zu gefallen, und so war der Applaus dann ebenso dankbar wie ausdauernd.


Martin Maier Bode - "Schnitzeltaxi"

Martin Maier Bode - Schnitzeltaxi

RGA am 13.11.2006


"Woran erkennt man eigentlich, dass man Deutscher ist?" Diese Frage beschäftigte Martin Maier-Bode im Rotationstheater. Der Kabarettist bot im Laufe seiner Show gleich mehrere Antworten, die er aber sofort selbst widerlegte. "Merkt man es an dem Auto, das man fährt?" lautete ein Vorschlag.

Dann aber die ernüchternde Erkenntnis: "Alle Einzelteile werden im Ausland gefertigt." Maier-Bode bot politisches Kabarett auf der Kleinkunstbühne, das sich wirklich lohnte.

Zum ersten Mal saßen die Zuschauer im Rotationstheater zudem um kleine Tische herum, die den Innenraum im Vergleich zu den bisher gewohnten Stuhlreihen deutlich auflockerten. So wussten die Gäste auch endlich, wohin mit ihrem Getränk. "Ab und zu fällt uns auch mal etwas Gutes ein", sagte Inhaberin Reintraut Schmidt-Wien mit einem Augenzwinkern.

Und für den Spaß auf der Bühne sorgte Martin Maier-Bode. Er formulierte zwei Stunden lang die Suche nach dem "typisch Deutschen" immer wieder neu, hangelte sich an diesem roten Faden von einer Geschichte zur nächsten. Politik im Vordergrund, die geschmückt war mit Episoden mitten aus dem Leben.

Aber Maier-Bode forderte auch das Publikum. Sobald er auf der Bühne stand, legte er los. Mit einem Feuerwerk an Erzähltem ging es unvermittelt darum, dass die Deutschen noch nicht einmal eine einheitliche Schreibweise für ihre Sprache haben.

Er reihte seine Eindrücke so schnell aneinander, dass sich der Zuhörer, der sich auf eine seichte Unterhaltung gefreut hatte, erst einmal auf das Tempo des Kabarettisten einstellen musste. Es wäre zu schade gewesen, auch nur einen einzigen der pointiert formulierten Sätze zu verpassen.

Denn wer glaubt, zu gehäkelten Klorollen-Überziehern oder Schlaglöchern in der Straße schon alle Sprüche zu kennen, wird überrascht: Martin Maier-Bode präsentiert noch nie gehörte Rückschlüsse auf das Wahlverhalten der Deutschen. "Wer Menthol-Zigaretten raucht, der glaubt auch, Schwarz-Rot ist eine gute Idee."

Ein besonderes Stilelement des Künstlers: Viele Sätze spricht er nicht zu Ende oder vernuschelt die letzten Worte. Damit setzt er besondere Akzente auf diesem Schlusspunkt, der sich für jeden Zuschauer aber sofort erschließt. Diese Zäsuren wirken, betonen unausgesprochene Pointen noch deutlicher.

Von Daniela Kebel


Drittbrettfahrer - "Wir nehmen Ihrer Zukunft das Zuhause"

Drittbrettfahrer - Wir nehmen Ihrer Zukunft das Zuhause

RGA am 07.11.2006


Auf dem Schild steht: "Geschäftszeiten: montags bis freitags, 11.23 bis 11.27 Uhr, donnerstags 15.38, samstags und sonntags: entfällt". Das hängt an einem Baugerüst, auf dem sitzt Kalle. In verdreckter Hose und mit Feinripp-Unterhemd.

Neben ihm steht sein Kollege Willy. Beide sind Bauarbeiter auf einer Baustelle, die eigentlich gar nicht existiert.

Und das nicht nur, weil sie sich auf der Bühne des Rotationstheaters befindet. "Die Drittbrettfahrer - Wir nehmen Ihrer Zukunft das Zuhause" fand am Sonntagabend den Weg auf Lenneps Kleinkunstbühne, leider fanden nur wenige Zuschauer denselben Weg.

Dabei hätten Jens Heinrich Claassen, Johannes Schwelm und Dennis Prang auf jeden Fall einen volleren Saal verdient gehabt. Vom Proleten-Ton mit Kölner Dialekt unter Bauarbeitern, die den Praktikanten Gisbert schikanieren, wechselten die Herren blitzschnell ihre Rolle. Eben noch den "Pissbert" Bier holen geschickt, treten Schwelm und Prang nur eine Minute später als Angela Merkel und Franz Müntefering wieder vor das Publikum. Und zwar erst einmal vor ein imaginäres, dem sie die üblichen Floskeln erzählen.

Zum wirklichen Publikum gewandt sprechen sie ihre wahren Gedanken aus. Zwischen den einzelnen Szenen spielt Claassen Klavier und singt dazu selbst komponierte Stücke. Und ist währenddessen ganz jemand anderes als der wehleidige Praktikant - vielseitig wie seine beiden Kollegen, denn auch das falsche Aussprechen und Weglassen einzelner Silben in Fremdwörtern will gelernt sein. Und natürlich das Schreien, das der Szenerie auf dem Bau eine authentische Note verleiht.


m&m theater - "Hormonstress - zwischen Pubertät und Wechseljahren"

m&m theater - Hormonstress - zwischen Pubertät und Wechseljahren

RGA am 22.09.2006


Angekündigt war das Programm "Hormonstress - Zwischen Pubertät und Wechseljahren" als erster Soloauftritt von und mit Sabine Misiorny. "Doch der Tom hat sich immer mehr reingeschlichen", erklärte Theaterleiterin Reintraud Schmidt-Wien. Und so standen Sabine Misiorny und Tom Müller im ausverkauften Rotationstheater in Lennep wie von ihren Auftritten als "m & m-Theater" gewohnt auch zu dieser Premiere gemeinsam auf der Bühne.

Sie im niedlichen Dirndl, er in der senffarbenen Krachledernen. "Wir sind nämlich in Therapie. Seelisch, nicht körperlich", klärten sie ihr Publikum gleich zu Anfang auf. "Eure Hormone und ihr - lernt einander kennen", heißt der Volkshochschulkurs, den beide besuchen und in dem sie jetzt alle Phasen des Verliebtseins noch einmal durchleben sollen.

Allerdings nicht als Sabine und Tom, sondern als das berühmte Liebespaar Sissi und Franz Josef. Und genüsslich, unterstrichen mit herrlicher Mimik und Gestik, zeigen die beiden Sinnkrisen in allen Lebenslagen auf. So ist Tom überzeugt, dass am Ehering ein Schalter ist, der das Retrohormon auslöst:

"Dann hat uns das Mannsein voll im Griff, dann zeigen wir auf einmal lümmelhaftes Verhalten." Und Sabine erinnert sich schaudernd an das "erste Mal": "Das war kein Griff in den Glückstopf. Da habe ich keine Rakete gesehen". "Genau", amüsierten sich die überwiegend weiblichen Zuschauer.

Mit viel Witz zerren die beiden alles auf die Bühne, was eigentlich in der Versenkung bleiben will: Den Tropfen an der Nase des Verehrers, die Blähungen nach der Kohlsuppe oder auch Waldis Verrenkungen bei der Stellung "Schnappender Fisch".

In allen Einzelheiten schildern sie, was die Hormone mit uns anstellen, wenn sie den Körper fluten und dass auch die Männer ihre Tage haben. Allerdings nicht alle 28 Tage. Denn dann - davon ist Sabine überzeugt - wären wir noch ein Entwicklungsland.


Die Buschtrommel - "Gefühlte Höhepunkte - Sommerkabarett"

Die Buschtrommel - Gefühlte Höhepunkte - Sommerkabarett

RGA am 29.08.2006


Wenn "Die Buschtrommel" im Rotationstheater zu Gast ist, dann erscheint alles möglich. Da darf Hitler sich im Engelsgewand mit Michael Holms Hit "Tränen lügen nicht" bei seinem Volk entschuldigen und der staatlich geprüfte Serienmörder alle im "angelikanischen Zeitalter" verärgerten "Flatrate-Nörgler" um die Ecke bringen.

Da wird das Publikum von Mafioso "Don Benedetto" auf der Stelle für die Staatsschulden zur Kasse gebeten und wenig später von der Bundeswehr auf einen möglichen Terroranschlag in der Lenneper Altstadt vorbereitet.

Nicht erst seit Samstagabend wissen Remscheids Kabarettfans, dass Andreas Breiing, Ludger Wilhelm und Jörg Fabrizius schonungs- und tabulos zahlreiche Klischees aus Politik und Gesellschaft aufarbeiten. Und doch schaffte es das Trio bei der Vorpremiere zu ihrem aktuellen Programm "Gefühlte Höhepunkte - Aktuelles aus 15 Jahren Kabarett" noch bissiger zu werden.

Mit Krückstock und Hornbrille nehmen sie als Opas verkleidet die Gesundheitsreform auseinander, ohne dabei ihr Alzheimer und das selbstgemachte Gebiss aus dem Volkshochschulkurs zu vergessen. Ihr Horror-Szenario: "Demnächst müssen wir alle nackt zum Arzt, weil die Garderobe zu teuer ist."

Bei Pizza und Bier nutzen sie den Fensterblick, um mit dem Fernglas die kränkelnde Oma, den Junkie und den Rechtradikalen aus der Nachbarschaft zu beobachten - schließlich muss man immer informiert sein.

Auch über die Mehrwertsteuererhöhung. Dadurch wird der Bürger nämlich zum Haustier: "Toll ist, dass wir bis Ende des Jahres noch einen Mini-Aufschwung erleben. Denn jetzt machen wir Hamsterkäufe, damit wir im nächsten Jahr nicht ins Rad müssen."

Bei all dem klingt "Die Buschtrommel" nicht dumpf vor sich hin, sondern präsentiert sich vielfältig wie eine Percussion-Gruppe, ohne dabei Niveau und den richtigen Ton zu verlieren. Ein wahrer Kabarett-Leckerbissen, der einen bewegten Herbst im Rotationstheater würdig einläutete.

Von Christian Kreckel


Gernot Voltz - "Herr Heuser vom Finanzamt"

Gernot Voltz - Herr Heuser vom Finanzamt

RGA am 25.04.2006


Remscheid. Etwas sprachlich wie inhaltlich Absonderlicheres als die wörtlichen Zitate aus dem Einkommensteuergesetz hat man wohl im abendländischen Sprachraum kaum je zu Gehör bekommen. Der Kabarettist muss im Grunde gar nicht sein Hirn nach Pointen auswringen: Der Text des EstG genügt vollauf.

Gut drei Dutzend Steuerpflichtige fanden sich am Samstag im Rotationstheater ein, um vor Oberamtsrat Eduard Heuser, einem Kundigen des Finanzwesens, den Idiotentest für Steuersünder zu bestehen.Das ist wohl auch nötig in einer Gesellschaft, in der Landwirte Grass' "Ein weites Feld" und Zahnärzte "Die Brücke am Kwai" skrupellos als Fachliteratur absetzen.

Mit Hochwasser-Hose, knapp gewordener Popeline-Jacke, Pepitahütchen und Rentner-Buggy für die Requisiten verkörpert die Kunstfigur des Kabarettisten Gernot Voltz in dessen zweitem Solo-Programm wieder den Inbegriff deutschen Spießertums. Seine Reflexionen und pfiffigen Beobachtungen zu Politik, Steuerreform und sozialer Gemeinschaft aber weisen ihn als subtilen Beobachter aus.

Herr Heuser hat keine Familie, aber er hat Abgabeverordnungen, Ausführungsbestimmungen und Formulare - nicht zu vergessen eine erlesene Sammlung seltener Quittungen, die er gerne herzeigt. Er weiß alles über 38 Steuerarten und 170 Steuergesetze, die russische Bartsteuer von 1699 ("Das würde heute teuer für die Taliban . . .") und warum Jesus in die Wüste ging: "Weil er eine Steueroase gesucht hat!".

Sein Witz ist auch im scheinbar Vordergründigen tiefsinnig. Weil das Leben die besten Pointen schreibt, weist er auf das Internet-Steuerformular der Finanzbehörden hin, das ausgerechnet nach einem als diebisch verschrienen Vogel benannt ist. Zeugt es von verstecktem behördlichem Humor, dass es ausgerechnet "Elster" heißt?

Herr Heuser schlägt den Bogen der Betrachtungen weit, hat er doch im Umgang mit Klienten und Politikern viel erlebt. "Schröder ist zum vierten Mal verheiratet und hat immer noch kein eigenes Kind. Typisch SPD: oben große Klappe und unten Reformstau". Herr Heuser warnt: "Unterschätzen sie nicht Frau Angela Merkel! Frauen die in der Tanzstunde nie aufgefordert wurden, sind gefährlich.

Die rächen sich für jeden Slowfox, bei dem sie herumgesessen haben". Zwerchfellerschütternd berichtet er von einer Kaffeefahrt wehrhafter Rentner mit "Highway To Hell" und Headbanging, konstatiert: "Jetzt werden ja noch die Renten besteuert. Was kommt da auf uns zu? Ganz einfach: weniger Geld!" und singt als bejubelte Zugabe den Finanzbeamten-HipHop. Klasse!

Von Frank Becker


S.Misiorny & T.Müller - "Was Männer wirklich wollen"

S.Misiorny & T.Müller - Was Männer wirklich wollen

Remscheider Generalanzeiger am 27.04.2004


Das Rotationstheater platzte aus allen Nähten...
"Was Männer wirklich wollen" interessiert natürlich beide Geschlechter: Frauen, weil sie Aufschluss über den Mann, das unbekannte Wesen an ihrer Seite, erwarten, und Männer, weil sie wissen möchten, ob man sie endlich mal begreift.
Unter einer Breitseite pointierter Volltreffer aus der Feder von T.B. Thompson wurden die Zwerchfelle in Schwingungen versetzt, die bis zum guten Schluss nicht abebbten. Und die Ertappten knufften sich unter Lachstürmen vergnügt ein ums andere Mal gegenseitig in die Seite.
Eine liebenswertere Abendunterhaltung als dieser charmante Geschlechterkampf, der allen wohl und niemandem weht tut, ist kaum denkbar.


Alexandra Gauger - "Fräulein Cäsars Musikstunde"

Alexandra Gauger - Fräulein Cäsars Musikstunde

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„Isch bin Chrischtl Cäsar, ledig und aus Baden.“ Da steht Frl. Cäsar auf der Bühne, doch

das Fräulein hat es nicht nur stimmlich in sich, sie bot Musikkabarett vom Feinsten. ….

Die Sängerin Alexandra Gauger alias Fr. Cäsar präsentiert ein künstlerisch grenzenloses

Repertoire – von Schubert, Wagner, Rossini bis Dusty Springfield und Alicia Keys……

Nicht nur gesanglich beeindruckend kreativ und wandlungsfähig, auch Mimik und

Körpereinsatz von Frl. Cäsar sind beachtlich……

Einzigartig wie Frl. Cäsar selbst ist auch ihre Unterrichtsstunde, in der sie dem Publikum

ihre Lieblingskomponisten und Lieblingsopern in besonderer Weise nahe bringt. Und

nebenher erfahren die Besucher noch einiges über das unerfüllte Liebesleben einer allein

stehenden Frau, die jedoch originelle Einfälle bei „gewissen Stunden“ hat….



Badisches Tageblatt

„… Ach was habe sie schon alles unternommen, um endlich unter die Haube zu kommen,

plaudert die unfreiwillige Junggesellin, mit allerlei pikanten Anekdötchen aus dem

Nähkästchen. Ihr großer Schwarm aber sei der „Franz Schubert, verriet das vermeintliche

Mauerblümchen, das sich unversehens zu einer charismatischen Operndiva entpuppte, die

ebenso furios Rossinis „Barbier von Sevilla“ mit kraftvollem interpretiert, wie mit

pantomimisch-gestischem Können Wagners dramatische Opernarien. Wobei die Sängerin

und Pianistin das Publikum mit umwerfender Komik erheiterte.“



Bad. Neueste Nachrichten



"... bei der Sängerin Alexandra Gauger bekommt man Lust mehr zu hören. Eine wunderbare

Soulstimme und eine Frau mit Charisma."



Heidelberger Wochenkurier



"(...) die durchkomponierten Werke von Beethoven und Schubert waren durch den Vortrag

der Mezzo-Sopranistin spannungsreich. In dem Gretchenleid von Schubert erreichte sie

Opernformat, während Schuberts 'Nähe des Geliebten' einen intimen und glänzenden

Abschluss bot."



Rheinische Post


Michael Steinke - "„Funky!Sexy!Vierzig!“"

Michael Steinke - „Funky!Sexy!Vierzig!“

RGA am ..0


Michael Steinke überzeugte mit Solo-Programm





Von Elisabeth Erbe



Leise schniefend, mit Dackelblick begrüßte er das Publikum: "Heute vor einem Jahr habe ich mich getrennt und bin ausgezogen", verriet Michael Steinke, und das Publikum schenkte ihm Mitleid mit geseufzten "Ohhs!".Was nicht nötig gewesen wäre, denn die zurückliegende Trennung bezog sich auf seine Frau Mutter.



"Funky! Sexy! 40!", heißt das Programm, mit dem sich der Komödiant am Samstagabend im Lenneper Rotationstheater präsentierte. Und sich dabei als begnadeter Sänger erwies.





Immer wieder sprang er zu der "guten alten Zeit" und hechelte der Moderne hinterher: "Früher nannte man eine Festplatte, wenn Mutti Schnitzel mit Pommes servierte". Dabei versuchte er immer wieder, sich gegenüber Mutti zu behaupten, fiel aber dann doch wieder zurück in den Ödipus-Komplex.





Andere Frauen haben es mithin schwer an seiner Seite. So entpuppte sich der Mittvierziger mit Cordhose als sympathischer Looser, dem nichts neu und doch alles fremd erschien. Steinke bedient nicht die üblichen Klischees und meidet abgedroschene Witze.





Je später der Abend, desto harmloser wurden zudem seine Sprüche. Doch genau hier lag die Kunst. In seinen Anekdoten konnte sich am Ende des Abends jeder wiederfinden und von ganzem Herzen darüber lachen.





Mit einer geheimen Spruch-Liste von Müttern aus dem Internet trieb das personifizierte Muttersöhnchen und der verkannte Sprücheklopfer den Abend auf die Spitze und erntete tosenden Applaus.








Tom Lehel - "Comedy für Kinder ab dem Grundschulalter"

Tom Lehel - Comedy für Kinder ab dem Grundschulalter

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Deutschlands erste „Tomedy“ für Kids



Hamburg.- Typisch Tom: Andere geben in Ruhe ein Konzert,

doch Tom legt wie immer einen drauf. Toms Comedy-Konzert

für Kinder (und natürlich die ganze Familie) ist eine Mischung

aus lustigen Geschichten, bunter Animation und interaktiver

Musik.



Tom tritt in den verschiedensten Rollen auf – z.B. als übergeschnappter

Flugkapitän oder verrückter Indianerhäuptling - und

seine beiden Mitstreiterinnen Conny und Tammy unterstützen

ihn dabei tatkräftig mit Gesang, Tanz und kleinen Geschichten.

Die Kinder und ihre Eltern werden ins Programm eingebunden,

können und sollen aktiv mitmachen. Tanzen, Lachen und Spaß

haben sind hier keine ungewollte Pflichtübung, sondern ein direkter

Reflex auf die Welle an guter Laune, die von der Bühne in den Zuschauerraum hinüberschwappt.



Kurz gesagt: Tom ist Musik und Tanzen wie beim „Kika-

Tanzalarm“, Tom ist Comedy und Spaß wie bei „Tabaluga tivi“

oder „Toll Tom“, und Tom ist „Tom“, wie die Kinder ihn kennen

und lieben! Und das alles live und in Farbe.



Toms Trabbel – Deutschlands erste „Tomedy“ (nicht nur) für

Kids!


Freitag, 18.04.2014

· Kleinkunst · Kabarett · Comedy · Musik · Theater · Komödie · Show-Revue · Kindertheater ·

Die Kleinkunstbühne in Lennep